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Sommerloch heute: Dick und dünn gesellt sich ungern

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Bei der Wahl eines Partners bevorzugen wir Personen mit einem uns ähnlichen Körperfettanteil, berichten schottische Forscher nach einem röntgenanalytischen Blick auf 42 Paare. Die Körperfülle spiele als Auswahlkriterium bei der so genannten "assortativen Partnerwahl" ebenso eine Rolle wie ein ähnlicher sozialer Status, die Körpergröße oder die ethnische und gesellschaftliche Zugehörigkeit von zur Auswahl stehenden Kandidaten für eine Liebesbeziehung, so das Team um Diane Jackson vom Rowett Research Institute in Aberdeen. Bei allen dieser Kriterien bestätige sich die Weisheit "gleich und gleich gesellt sich gern".

Dass verbandelte Partner oft ähnliche Body-Mass-Indizes (BMI, ein Mass für den Körperfettgehalt) aufweisen, sei dabei "nicht neu und schon durch mehrere Studien belegt", ergänzt Jackson. Mit Hilfe der Dual-Energy-X-Ray-Absorptimetry-Methode (DXA) konnten die Ergebnisse aber nun "mit einer viel präziseren und verlässlicheren Methode" erneut bestätigt werden.

Die Körperfülle der Partner habe sich im Übrigen nicht erst nach Beginn der Beziehung angenähert, schreiben die Forscher weiter, weil Fettanteils-Ähnlichkeiten und Beziehungsdauer nicht miteinander korrellieren.
Auch die Wissenschaft kennt ein Sommerloch. Mehr und mehr fluten dann Ergebnisse die Medien, die sonst kaum den Weg in die Berichterstattung finden. Mit der Reihe "Sommerloch heute" möchten wir Ihnen eine Auswahl präsentieren.
Es sei allerdings noch unklar, ob die Kandidatenpaare tatsächlich den Körperfettanteil als mitentscheidendes Wahlkriterium über Zu- und Abneigung herangezogen hatten: Womöglich treffen schlanke sowie vollschlanke Menschen auch einfach häufiger nur auf ihresgleichen, weil die Gruppen unterschiedlich sportive oder soziale Freizeitaktivitäten bevorzugen, stellen die Forscher zur Diskussion.

Insgesamt sehen die Forscher aber einen besorgniserregenden Trend für eine mögliche Zunahme der Fettleibigkeit in der Gesamtbevölkerung, wenn tatsächlich vermehrt gleich beide Elternteile eine mögliche genetischen Disposition für höhere Körperfettanteile an den Nachwuchs vererben sollten.

Offenbar werde dies nicht dadurch ausgeglichen, dass die übrigbleibenden Dünnen sich ebenfalls bevorzugt verpaaren, schließen die Wissenschaftler aus ihren Daten und den seit den 1950er Jahren stetig wachsenden Fettanteilen im Durchschnittskörper. Zu dieser Zeit hatten Menschen ihren Partner häufig schon in einem Alter gewählt, in dem sich Ansätze zur Fettleibigkeit noch nicht bemerkbar machen.

Mittlerweile aber habe die Partnerwahl sich auf spätere Lebensalter verlagert, wo eine Unterscheidung zwischen dick und dünn viel häufiger einfach falle, betonen die Forscher. Da diese Entwicklung zeitnah zu der laut Jackson grassierenden "Fettleibigkeits-Epedemie" verlaufe, könnte beides doch vielleicht zusammenhängen, so die Hypothese der Körperfettanalysatoren. (jo)

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