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News: Dicke, dunkle Klumpen

Die rätselhafte 'Dunkle Materie' macht neun Zehntel der Masse unserer Milchstraße aus. Niemand weiß genau, um was es sich dabei handelt. Nach fünf Jahren Forschung sind sich australische Wissenschaftler zumindest sicher, daß die 'Dunkle Materie' hinreichend große Einheiten bildet, um als Gravitationslinse wirken zu können.
Ihre Beobachtungen können mindestens die Hälfte der "Dunklen Materie" in unserer Galaxis erklären, meint die Arbeitsgruppe um Ken Freeman vom Mount Stromlo Observatory in Australien auf dem Third Stromlo Symposium, das vom 17. bis zum 21. August 1998 in Canberra stattfindet. Nach ihren Ergebnissen besteht die "Dunkle Materie" nicht aus exotischen Elementarteilchen, sondern findet sich zu Klumpen von halber Sonnenmasse zusammen.

Die Forscher nehmen an, daß es sich entweder um erloschene, geschrumpfte Sterne – sogenannte "Weiße Zwerge" – handelt oder um ursprüngliche Schwarze Löcher. Beide Hypothesen sind allerdings mit Problemen behaftet: Bei der Entstehung der "Weißen Zwerge" hätten Spuren zurückbleiben müssen, die bisher nicht nachzuweisen waren. Die schwarzen Löcher wiederum müßten bereits zehn Mikrosekunden nach dem Urknall gebildet worden sein.

Die als massive compact halo objects – kurz MACHO – bezeichneten Strukturen befinden sich in einem Halo um die Milchstraße. Liegt eines der Objekte genau auf der Verbindungslinie zwischen einem weit entfernten Hintergrundstern und der Erde, verdeckt das MACHO den Stern nicht, sondern wirkt aufgrund seiner Schwerkraft wie eine Linse und vergrößert den Stern. Das Wissenschaftlerteam hat 15 solcher Gravitationslinsen gefunden, die das Licht von Sternen in einer Nachbargalaxie, der Großen Magellanschen Wolke, verstärkten.

Freeman betont, daß diese MACHOS das Problem der "Dunklen Materie" nur für unsere Galaxis lösen. Im übrigen Universum kann sie von ganz anderer Natur sein.

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