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Krankenhauskeime: Die 12 gefährlichsten antibiotikaresistenten Bakterien

Bei welchen der immer mehr kaum noch behandelbaren Bakterien sind Gegenmaßnahmen am dringendsten? Die WHO veröffentlicht jetzt eine Rangliste der tödlichsten Erreger.
Frau hält sterbendem Mann die HandLaden...

Die Weltgesundheitsorganisation WHO hat eine Liste der zwölf bedeutendsten gegen Antibiotika resistenten Bakterien zusammengestellt. Eine Arbeitsgruppe unter der Leitung der Infektionsforscherin Evelina Tacconelli von der Universität Tübingen und Nicola Magrini von der WHO listet in ihrer Arbeit jene Erreger auf, die bei der Suche nach neuen Wirkstoffen die höchste Priorität genießen sollten. In der obersten Kategorie finden sich Bakterien, die gegen die Carbapenem-Antibiotika resistent geworden sind – eine Antibiotikaklasse, die in vielen Fällen als eine der letzten Möglichkeiten gilt. Dazu gehören neben den als opportunistische Krankenhauskeime bekannten Pseudomonas aeruginosa und Acinetobacter baumannii auch die als sehr gefährlich geltenden, gegen Carbapenem resistenten Enterobakterien (CRE). In der zweithöchsten Kategorie listen sie unter anderem MRSA, Salmonellen und Neisseria gonorrhoeae, den Erreger der einzigen Geschlechtskrankheit in der Liste.

Neben der Zahl der durch den jeweiligen Erreger verursachten Todesfälle flossen in die Bewertung unter anderem auch die ökonomische und soziale Belastung durch die Krankheit, der Anteil der resistenten Stämme an allen Infektionen mit den Erregern und die Zunahme der Resistenzen in den letzten zehn Jahren ein. Demnach seien neue Medikamente spezifisch für Kinder besonders dringend, ebenso wie einfach zu verabreichende Wirkstoffe gegen selten tödliche, aber oft sehr weit verbreitete resistente Krankheiten wie Tripper. Obwohl sich die Liste auf die Entwicklung neuer Wirkstoffe bezieht, betont die Arbeitsgruppe ausdrücklich, wie wichtig es sei, Infektionen mit resistenten Erregern durch Kontrolle und Hygiene von vornherein systematisch zu verhindern.

09/2017

Dieser Artikel ist enthalten in Spektrum - Die Woche, 09/2017

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