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Südafrika: Die älteste Matratze der Menschheit

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Schon unsere Vorfahren liebten es bequem. Jedenfalls lassen das die bisher ältesten bekannten Überreste von Schlafunterlagen vermuten. Ein internationales Archäologenteam hat die vorzeitlichen Matratzen aus geflochtenen Pflanzenfasern in der südafrikanischen Sibudu-Höhle, rund 40 Kilometer nördlich von Durban, entdeckt. Ihr Alter: bis zu 77 000 Jahre.

Das ProfilLaden...
Das Profil ... | ... des geologischen Dünnschliffs zeigt mehrere Lagen von verbrannten Matten. Die dünnen schwarzen Schichten bestehen aus verkohlten Stängeln und Blättern, die hellen hingegen aus Asche. Sie sind schätzungsweise 58 000 Jahre alt.

Lyn Wadley von der University of the Witwatersrand in Johannesburg und Christopher Miller von der Universität Tübingen waren bei Ausgrabungen auf die dicken, kompakten und gut erhaltenen Lagen von geflochtenen Riedgräsern und Binsen gestoßen. Auch die Blätter eines südafrikanischen Lorbeers wurden verarbeitet – möglicherweise, um damit Moskitos und andere Insekten abzuwehren.

Die Forscher nehmen an, dass die Matten regelmäßig verbrannt wurden. "Sobald sie ausgedient hatten, wurden sie wohl absichtlich in Brand gesteckt, vermutlich um Schädlinge zu beseitigen", so Christopher Miller. Die Betten waren übrigens nicht nur zum Schlafen da, sondern dienten offenbar tagsüber auch als bequeme Arbeitsunterlage.

Die Überreste von Sibudu brechen den bisherigen Altersrekord: Den hielt eine 23 000 Jahre alte ovale Matte aus geflochtenem Gras, die Archäologen 2004 in Israel bargen.

Der Fund aus Südafrika reiht sich in weitere Entdeckungen der Forscher ein. Wadley und ihre Kollegen fanden auch erste Hinweise auf die Jagdtechnik der Frühmenschen, auf die Entwicklung von Pfeil und Bogen, den Gebrauch von Schlingen und Fallen für die Jagd sowie auf die Produktion von Klebstoff für Steinwerkzeuge.

Weitere Bilder von den Funden sowie der Ausgrabung in Sibudu auf spektrum.de

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