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Eis und heiß

Die Arktis bleibt sommerlich

Welche Auswirkungen haben polare Hitzerekorde auf Europas Wetter? Der nächste Winter bringt uns womöglich einer Antwort näher.
Zwei Eisbären sitzen auf Felsen und sonnen sich

Der kommende Winter beginnt, wie der letzte endete: mit ungewöhnlicher Wärme innerhalb des Polarkreises. Daten der US-amerikanischen Meeres- und Wetterbehörde NOAA zeigten, dass nördlich des 66. Breitengrades, der ungefähr mit dem Polarkreis zusammenfällt, die Durchschnittstemperatur des Monats September im Jahr 2016 um mehr als drei Grad höher war als im 20. Jahrhundert. Der Trend hielt auch im Oktober, einige Regionen sahen Oberflächentemperaturen von zehn Grad über dem langjährigen Mittel – insbesondere die Meeresgebiete vor den Nordküsten Alaskas und Sibiriens. Entsprechend gefror die Meeresoberfläche viel langsamer als sonst. Die gesamte Eisfläche ist derzeit geringer als jemals in dieser Jahreszeit.

Bis jetzt ist noch nicht klar, ob die ungewöhnliche Wärme der letzten beiden Monate mit jener des letzten Winters zusammenhängt oder ob es sich um eine zufällige Wetterfluktuation handelt. Ein Trend zu warmen Wintern jedenfalls würde dem Meereis wohl mindestens ebenso stark zusetzen wie warme Sommer. Obwohl der Sommer 2016 in der Arktis kühl war und keine guten Bedingungen fürs Schmelzen des Eises bot, blieb am Ende der Schmelzsaison so wenig Meereis im Nordpolarmeer wie selten zuvor. Damit wird auch die Diskussion wieder aufleben, ob Wärme und wenig arktisches Meereis zum Beispiel zu besonders kaltem Wetter in Eurasien oder anderen Veränderungen in den mittleren Breiten führen. Die wenigen Daten, die dazu vorliegen, geben bisher keine klare Antwort auf solche Fragen.

44/2016

Dieser Artikel ist enthalten in Spektrum - Die Woche, 44/2016

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