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Sozialverhalten: Die dunkle Seite der Erdmännchen

Erdmännchen gelten als die ultimativen sozialen Gruppentiere - sie können aber auch anders, wie Horrorszenen aus Südafrika zeigen.

Erdmännchen gelten als die ultimativen sozialen Gruppentiere – sie können aber auch anders, wie Forscher nun aus Südafrika berichten: Sie beobachteten, dass die Alphaweibchen einer Wüstenkolonie auch schon einmal die Fortpflanzung von Untergebenen verhindern und deren Nachwuchs, gelegentlich sogar ihre Enkel, töten. So gewährleisten die Chefweibchen der Gruppe, dass ihr eigener direkter Nachwuchs einen größeren Anteil an der Nahrung bekommt. Das Ergebnis, meint Studienleiter Matthew Bell von der University of Edinburgh, "war ja eigentlich von uns vorhergesehen worden – das Ausmaß übertraf aber unsere Erwartung doch recht drastisch".

Die Forscher hatten für ihre Versuche in die natürliche Fortpflanzung der Kolonie eingegriffen, indem sie rangniedrigen geschlechtsreifen Weibchen Kontrazeptive verabreichten und ihre Vermehrung so für sechs Monate ganz verhinderten. Während dieser Zeit sammelten die dominanten Weibchen nun mehr Nahrung für sich selbst und für ihre Jungen, die zudem schneller wuchsen und kräftiger wurden, außerdem wurden sie von den niederen Weibchen besser unterstützt. Diese für die Alphatiere erstrebenswerte Situation lässt sich im Normalfall nur erreichen, wenn die Fortpflanzung der subalternen Tiere rabiat verhindert wird, erklären die Forscher – was dann die hohe Aggressivität der dominanten Weibchen gegenüber sich fortpflanzenden rangniedrigen erkläre. In kooperativen Säugetier-Gemeinschaften entwickle sich demnach oft ein steil hierarchisches System, bei dem sich nur die ranghohen Tiere fortpflanzen.

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