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Krankheitsgeschichte: Die "erste" Grippe

Die Grippe fesselt auch in diesen Tagen wieder manchen ans Bett. Dass die hochansteckende Krankheit schon in der Antike wütete, ist wahrscheinlich. Erstmals nachweisen lässt sie sich jedoch erst viel später. Jetzt fand der Kulturhistoriker Wolfgang Behringer in Dokumenten aus dem 16. Jahrhundert eindeutige Hinweise auf verheerende Grippe-Pandemien in der Frühen Neuzeit.

Die erst vor wenigen Jahren veröffentlichte, europaweite Korrespondez des Kaufmannes Hans Fugger (1531-1598) erbrachte ebensoviele Hinweise auf eine "mysteriöse Krankheit" wie die Briefe und Tagebücher des kaiserlichen Botschafters in Spanien Hans Khevenhüller (1538-1606). Im Jahre 1580 breitete sich demnach eine "newe" schreckliche Krankheit rasend schnell von Asien nach Europa aus.

Doch man konnte diese Plage nicht deuten. Die Dokumente beschreiben Kopf- und Gliederschmerzen, Fieber und ein schweres Krankheitsgefühl. Laut Behringer gab es im Schnitt drei bis sechs Grippe-Ausbrüche pro Jahrhundert. Sie wurden allerdings jedesmal wieder als neue, unbekannte Krankheit wahrgenommen und jagten den Menschen großen Schrecken ein.

Auf die weltgeschichtlichen Ereignisse zu dieser Zeit hatte die Grippe einen großen Einfluss. Der für August 1580 geplante Reichstag in Nürnberg musste aufgrund der Erkrankung Kaiser Rudolfs II. abgesagt werden. Der spanische König Philipp II. erkrankte auf seinem Feldzug Richtung Portugal, der sein Imperium zu einem Weltreich machen sollte.

Miriam Müller

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