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News: Die Geburt eines dunklen Sterns

Zu klein, um ein echter Stern zu sein, und zu groß für einen wirklichen Planeten - Braune Zwerge sind in einer Art astronomischen Niemandsland angesiedelt. Aber zumindest sind sie von "hoher Geburt" - neuen Beobachtungen zufolge entstehen sie genau wie Sterne aus Wolken interstellarer Materie.
Erst vor drei Jahren haben Astronomen die ersten Braunen Zwerge entdeckt, und bis heute ist nur etwa ein Dutzend der leuchtschwachen Objekte bekannt. Wie sie aber entstehen, war unbekannt. Zwar wurden wie Sterne einzeln stehende Braune Zwerge gefunden, doch diese könnten sich theoretisch wie Planeten aus den Resten gebildet haben, die ihre Sonne bei der eigenen Geburt übriggelassen hat, und dann aufgrund von Gravitationskräften in das Weltall geschleudert worden sein.

Ein Wissenschaftlerteam unter der Leitung von Eduardo Martin von der University of California in Berkeley hat mit der NICMOS genannten Infrarot-Kamera des Hubble-Weltraum-Teleskops den Sternenhaufen der Plejaden auf der Suche nach Doppelsystemen aus Braunen Zwergen durchsucht. Sollten Braune Zwerge nämlich wie Sterne aus kollabierenden Gaswolken entstehen, müßte es Systeme geben, in denen zwei Braune Zwerge einander umkreisen – so wie in den bekannten Doppelsternsystemen. In einer kommenden Ausgabe der Astrophysical Journal Letters werden die Forscher berichten, daß sie tatsächlich ein solches Doppelsystem entdeckt haben.

In Science vom 13. November 1998 haben Rafael Rebolo vom Astrophysical Institute of the Canaries auf Teneriffa ihre Beobachtungsergebnisse veröffentlicht. Sie sahen mit ihrem erdgebundenen Teleskop einen kleinen Braunen Zwerg, der sich um einen gewöhnlichen Stern bewegte. Sie vermuten, daß dieses System ungefähr 100 Millionen Jahre alt ist. Das wäre aber zu wenig Zeit, als daß der dunkle Begleiter sich wie ein Planet gebildet haben könnte. Stattdessen müßte er zusammen mit dem Stern aus einer Gaswolke entstanden sein.

Vermutlich wird die Beweislast für die hohe Abkunft der Braunen Zwerge mit der Zeit noch größer werden. Das Team aus Berkeley hat inzwischen weitere 20 potentielle Braune Zwerge in den Plejaden entdeckt, und Experten glauben, daß dort neben den 600 Sternen auch ebensoviele Braune Zwerge zu finden sein werden.

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