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Dicke Labradore: Die Gene sind schuld!

Kleine Entschuldigung für korpulente Labrador-Retriever und ihre Halter: Eine Genvariante macht diese Hunderasse wie besessen vom Fressen.
Labrador-Retriever

Eine Genvariante macht viele Labrador-Retriever und Flat Coated Retriever zu regelrechten Nimmersatten: Weil bei ihnen ein bestimmter Botenstoff nicht mehr gebildet wird, werden sie nach dem Fressen weniger leicht satt – umso größer ihr Appetit und der dadurch bedingte Hang zu Fettleibigkeit. Das fanden nun Genetiker um Eleanor Raffan von der University of Cambridge heraus.

Sie verglichen übergewichtige und schlanke Labradore auf genetische Auffälligkeiten. Fündig wurden sie im Gen POMC, das in den Sättigungskreislauf eingebunden ist. Hier hatte rund ein Viertel der Hunde eine Genvariante, die ihre Fähigkeit zur Produktion von Melanozyten stimulierendem Hormon (beta-MSH) und Endorphin (beta-Endorphin) beeinträchtige, heißt es in einer Mitteilung der Wissenschaftler. Beide Stoffe sind daran beteiligt, nach einer Mahlzeit ein Sättigungsgefühl hervorzurufen.

Diese Hunde seien darum in besonderem Maße aufs Fressen fokussiert – was womöglich dazu führt, dass sie sich besonders gut zum Diensthund eignen. In der klassischen Hundeausbildung werden die Tiere mit Leckerbissen motiviert. Raffan und Kollegen waren erstaunt, dass unter den 81 Diensthunden, die sie untersuchten, ganze 76 Prozent die Appetit fördernde Genvariante aufwiesen. Ob es sich dabei um einen statistischen Zufall handelt oder ob tatsächlich etwas hinter der Motivationstheorie steckt, sollen nun weitere Forschungen zeigen.

Die POMC-Mutation ist im Übrigen keine ganz Unbekannte: Sie taucht auch in sehr seltenen Fällen bei übergewichtigen Menschen auf und wurde auch hier bereits mit dem Sättigungsgefühl in Zusammenhang gebracht.

Allerdings räumen Raffan und Team ein, dass nicht immer die Genetik schuld sei an einem verfressenen Hasso. Bei ihren Untersuchungen gab es stets auch Tiere mit der fraglichen Genvariante, die einen (für Hunde) unauffälligen Appetit hatten, und solche, die trotz intaktem POMC bereit waren, für ein Leckerli alles zu tun. Statistisch gesehen waren Tiere mit der Genvariante allerdings zwei Kilogramm schwerer als ihre Rassegenossen mit normalem POMC.

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