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News: Die genetische Hautfarbe

Sommer, Sonne, Sonnenbrand. Viele Rothaarige kennen diese Reihenfolge nur zu gut. Schuld daran ist eine Mutation in einem bestimmten Gen, das sie in doppelter Ausführung - also auf beiden entsprechenden Chromosomen - tragen. Diese Eigenschaft macht sie zudem sehr viel empfindlicher für Hautkrebs. Aber auch Menschen, die nur eine Kopie davon besitzen und darum durchaus d unkle Haare und gebräunte Haut haben, weisen ein höheres Risiko auf, an Hautkrebs zu erkranken.
Wer träumt im Herbst und Winter nicht davon, irgendwo in der Sonne zu liegen. Doch alle Glücklichen, deren Traum vom Sonnenbad in südlichen Gefilden wahr wird, sollten Vorsicht walten lassen: Die Haut ist die hohen UV-Werte nicht gewohnt und rächt sich schnell mit einem schmerzhaften Sonnenbrand. Rothaarige kennen das Problem. Sie gehören deshalb eher selten zu den Sonnenanbetern, die stundenlang am Strand liegen und sich bräunen. Ihre empfindliche Haut ist außerdem deutlich anfälliger für Hautkrebs. Verantwortlich dafür ist eine bestimmte Variante des Gens MC1R. Rothaarige tragen es in doppelter Ausführung, und es sorgt dafür, dass der Körper mehr rote statt brauner Hautpigmente produziert, wenn die Haut der Sonne ausgesetzt ist.

Es gibt aber auch eine ganze Reihe von Menschen, bei denen nur eine der beiden Kopien des Gens in der gefährlichen Version vorliegt. Sie haben zwar häufiger auch helle, sonnenempfindliche Haut, es gibt aber durchaus eine ganze Reihe unter ihnen, die dunkle Haare und eine dunklere Haut zeigen, die gut bräunt. Und doch müssen auch sie offenbar vorsichtig sein. Denn wie Richard Sturm von der University of Queensland und seine Kollegen am 5. Oktober 2000 auf der Jahrestagung der American Society of Human Genetics in Philadelphia berichteten, ist auch für diese Personen das Risiko, an Hautkrebs zu erkranken, höher als bei ihren Mitmenschen, deren MClR nicht in der "Rothaarigen-Variante" vorliegt (Abstract).

Das Team um Sturm wertete die medizinischen Daten von 858 Australiern aus, von denen 459 an Hautkrebs erkrankt sind. Dabei stellten die Wissenschaftler fest, dass für Betroffene mit der doppelt auftretenden Version – alles Rothaarige – die Wahrscheinlichkeit für Hautkrebs vier Mal so hoch ist wie für Menschen ohne diese Variante. Und bei den Trägern von nur einer Kopie war die Gefahr immer noch doppelt so groß, auch wenn ihre Haut gut bräunte.

Peter Tishler von der Harvard Medical School meint daher, dass die Krebsvorbeugung erfolgreicher sein könnte, wenn Mediziner sich nicht nach den anfälligen Hauttypen richten würden, sondern nach dem Vorhandensein der gefährdenden Gene. Die meisten Menschen beurteilen ihr Risiko nach eigener Einschätzung, erklärt er. Darum brauche man eine objektivere Methode, um die "eigentliche" Hautfarbe einer Person zu bestimmen.

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