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Radarastronomie: Die Gestalt des erdnahen Asteroiden 2010 JL33

Asteroid 2010 JL33 im Radarbild
Der erdnahe Asteroid 2010 JL33 ist eines von vielen tausend Objekten im inneren Sonnensystem, die sich unserer Erde bis auf wenige Millionen Kilometer annähern. Als der im Mai 2010 entdeckte Himmelskörper am 11. Dezember 2010 dem Blauen Planeten bis auf die 22-fache Mondentfernung oder 8,5 Millionen Kilometer nahe kam, nutzte ein Forscherteam um Marina Brozovic am Jet Propulsion Laboratory der NASA im US-Bundesstaat Kalifornien, die Gelegenheit, ihn mit dem Radarsystem der NASA-Bodenstation Goldstone im Detail zu untersuchen.

Eigentlich dient die 70 Meter große Hauptantenne in Goldstone, Kalifornien, der Bahnverfolgung und Datenübertragung von Raumsonden im äußeren Sonnensystem, wie etwa der Raumsonde Cassini beim Saturn oder der Sonde New Horizons, die sich auf dem Weg zum Zwergplaneten Pluto befindet. Aber die NASA rüstete die große Parabolantenne schon vor Jahrzehnten mit leistungsfähigen Radargeräten aus, um beispielsweise die Oberfläche des Mondes zu sondieren.

Oft nutzen jedoch Forscher die Gelegenheit, das Goldstone-Radar auch auf erdnahe Asteroiden auszurichten, wenn sie die Erde in geringem Abstand passieren und die große Antenne nicht zum Empfang von wichtigen Raumsondendaten benötigt wird. Oft begnügen sie sich dabei nur mit einer Bahnverfolgung, um die Umlaufbahn des betreffenden Asteroiden genau zu vermessen. Kommt der Asteroid aber der Erde näher als etwa zehn Millionen Kilometer, so lassen sich auch detaillierte Radarbilder aufnehmen, welche die Form und das Rotationsverhalten enthüllen.

Auf den Bildern von 2010 JL33 lassen sich deutlich die unregelmäßige Form und die Rotation erkennen. Der Asteroid ist maximal 1,8 Kilometer lang und rotiert in rund neun Stunden einmal um seine Achse. An seiner Oberfläche zeigen sich Vertiefungen, bei denen es sich um Einschlagkrater handeln könnte. Um von der Erde zum Asteroiden und wieder zurück zu gelangen, benötigten die Radarwellen 56 Sekunden. Der Asteroid befindet sich auf eine elliptischen Umlaufbahn um die Sonne und benötigt 4,3 Jahre für einen Umlauf.

Nicht nur die Antenne von Goldstone setzt die NASA zur Beobachtung von Asteroiden und Kometen ein, sondern auch das 300-Meter-Radioteleskop von Arecibo auf Puerto Rico dient diesem Zweck. Es ist rund 20-Mal empfindlicher als Goldstone, kann aber nur etwa ein Drittel des Himmels erfassen, da sie nicht schwenkbar ist. Insgesamt erfasste die NASA mit den Antennen von Goldstone und Arecibo schon 272 Asteroiden und 14 Kometenkerne per Radar.

Tilmann Althaus

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  • Quellen
JPL News Release 14. 1. 2011

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