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Die Grüne Huschspinne ist Spinne des Jahres 2004

Die Spinne des Jahres 2004 ist die Grüne Huschspinne (Micrommata virescens). Das gab heute die Biologische Bundesanstalt für Land- und Forstwirtschaft bekannt. Man möchte mit der Wahl auf eine Gruppe von Tieren aufmerksam machen, die bei vielen Menschen nur ein Schaudern hervorruft. M. virescens sei aber völlig harmlos und wichtiger Teil unserer Umwelt, heißt es.

Die Huschspinne ist vor allem in Lichtungen von Laubwäldern und an sonnigen Waldrändern zu finden, aber auch in extensiv oder nicht bewirtschafteten Feuchtwiesen. Sie ist freijagend und lauert auf Insekten, die kleiner oder höchstens gleich groß sind. Ein Weibchen kann bis zu 15 Millimeter groß werden, ein Männchen zehn Millimeter. Wie viele Spinnen baut die Grüne Huschspinne kein Netz, sondern spinnt nur ein Gewebe als Schutz für ihren Unterschlupf.

Durch die grasgrüne Färbung sind die acht, bei dunklen Spinnen sonst kaum sichtbaren Augen gut erkennbar – wenn man die Spinnen überhaupt entdeckt. Die Männchen mit ihrer schrillen rot-gelben Färbung sollten leichter zu entdecken sein, sind jedoch tatsächlich im Muster von Licht und Schatten auf Pflanzen häufig ebenso wenig zu erkennen. In besonnten Gebüschen oder im Gräsergewirr verschmilzt die Huschspinne mit ihrer Umgebung und kann sich dadurch vor Vögeln schützen, die auf der Suche nach Futter sind.

Grüne Huschspinnen paaren sich vorwiegend im April und Mai. Das Männchen sucht im Zickzack-Lauf nach den Weibchen, stellt sich auch auf die Hinterbeine und dreht sich wie im Tanz um die eigene Achse. Stößt es auf ein Weibchen, so beklopft das Männchen mit den Vorderbeinen deren Rücken bis es zur Paarung kommt. Nach einiger Zeit baut das Weibchen eine geräumige Eikammer aus zusammengesponnenen Blättern, in die es ihre grünen Eier legt. Das Weibchen bewacht die Eikammer und begleitet die frisch geschlüpften Spinnen auch noch einige Zeit.

M. virescens ist besonders wärmeliebend. Sie gehört zu den Riesenkrabbenspinnen, die sonst vor allem in den Tropen und Subtropen vorkommen. Sie ist die einzige in Deutschland lebende Art, allerdings mit einer Ausnahme, denn ein weiterer Vertreter hat sich in Gewächshäusern breit gemacht.

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