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Sternschnuppen: Die Leoniden 2009

Leonidenfeuerkugel
Leoniden-Meteore | Gerald Hamann beobachtete am 17. November 2001 nahe dem King-canyon-Nationalpark in Australien den Leoniden-Meteorstrom. Durch eine Langzeitbelichtung erscheinen die Sterne als Striche ausgezogen, die Lichtspuren der Sternschnuppen laufen quer zu ihnen.
Für alle, die sich mal wieder etwas wünschen wollen, besteht heute Nacht die Chance. Die Leoniden kreuzen am 17. November 2009 die Bahn unserer Erde und sorgen für einen ordentlichen Sternschnuppenregen. Am meisten werden die Beobachter in Asien davon profitieren, aber auch wir in Europa können auf ein Stück vom Kuchen hoffen.

Einmal im Jahr kreuzt die Erde die Bahn des Kometen 55P/Tempel-Tuttle. Er besucht alle 33 Jahre das innere Sonnensystem und hinterlässt auf seiner Bahn Ströme von Staubteilchen. Treffen diese auf die Atmosphäre der Erde, so verglühen sie und regnen als ausgedehnte Lichtblitze nieder.

Das letzte Mal kam der Komet uns im Jahr 1998 nahe. Da er mit jedem Umlauf seine Bahn mit neuen Bruchstücken füllt, ließen sich in den Folgejahren regelrechte Sternschnuppenschauer sichten. Dieses Jahr durchfliegt die Erde gleich zwei Teilchenströme, die der Komet auf seiner Bahn in den Jahren 1466 und 1533 zurückgelassen hat. Die Anzahl der beobachtbaren Sternschnuppen hängt von der Dichte der Trümmerwolken ab und lässt sich nicht genau vorhersagen.



Das YouTube-Video zeigt eine Simulation der Bahn des Kometen und seiner Trümmerschweife in unserem Sonnensystem.

In diesem Jahr kommt uns der Neumond zugute. Der wahrscheinlichste Zeitpunkt für das Maximum der Leoniden fällt auf den 17. November zwischen 22 und 23 Uhr MEZ. Die Meteore scheinen aus einem Punkt im Kopf des Sternbilds Löwe zu kommen. Leider erreicht der Radiant in Deutschland erst zwischen 1:30 und 2 Uhr MEZ, also Stunden nach dem Maximum, eine Höhe von 30 Grad über dem Horizont.

Der Ursprung der Leoniden am Himmel | Dieser Himmelsanblick Richtung Osten bietet sich am 18. November 2009 gegen 0:00 Uhr MEZ. Der Löwe steht tief am Horizont. Die roten Pfeile deuten die möglichen Flugrichtungen der Leoniden-Meteore an, die alle aus dem Kopf des Sternbilds Löwe zu kommen scheinen.
Dafür treten aber bereits vorher sehr langgezogene Leoniden-Meteore auf, denn sie streifen die Erde nahezu tangential. Diese im Englischen als Earth-grazer bezeichneten Sternschnuppen lohnen allein schon die Beobachtung. Sie dringen nicht so schnell in tiefere Luftschichten vor und leuchten daher länger. Sehr dicht am Radianten erscheinen sie durch die perspektivische Verkürzung langsamer.

Laut derzeitiger Wettervorhersage besteht eine geringe Chance, dass die Wolkendecke gelegentlich aufreißt. Für alle, die nicht schlafen können oder wollen, lohnt es sich aber auch die zwei folgenden Nächte den Blick in Richtung Löwe zu richten, da mit klarem Himmel und einer weiterhin erhöhten Sternschnuppenrate zu rechnen ist.

Weitere Details zu dieser Sichtbarkeitsperiode der Leoniden finden Sie im Kosmolog von Jan Hattenbach.

Janine Fohlmeister

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