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Klimageschichte: Die letzte Eiszeit startete trocken

Dem Einsetzen der letzten Kaltzeit vor 120 000 Jahren ging eine 468 Jahre währende Periode akuter Trockenheit voraus. Dies schließen Geologen der Mainzer Johannes-Gutenberg-Universität und der Sächsischen Akademie der Wissenschaften Leipzig aus der Analyse von Sedimenten eines ausgetrockneten Kratersees in der Eifel.

Die Forscher um Frank Sirocko fanden Hinweise für Sandstürme, Buschfeuer und einen Wandel der Vegetation. Die plötzlich einsetzende Klimaveränderung habe auch zu einer raschen Abkühlung geführt. So seien in kurzer Zeit wärmeliebende Baumarten wie Eichen und Buchen verschwunden, während sich Grassteppen ausbreiteten.

Der Einstieg in diese trocken-kalte Phase am Ende der letzten warmen Zwischeneiszeit habe sich innerhalb von knapp zwei Jahrzehnten vollzogen, berichtet Sirocko. Dies spreche für Nord-Süd-Verschiebungen nordatlantischer Meeresströmungen als Ursache für den Wandel.

Auch heute befinden wir uns in einer Zwischeneiszeit. Wenn alles normal verläuft, sollte diese nach den mit den Resultaten bestätigten Modellen noch 55 000 Jahre andauern, schätzt Sirocko. Allerdings befände sich das Weltklima den Kalkulationen zufolge für die nächsten 4000 Jahre in einem anfälligen Stadium. Man müsse daher hoffen, dass die bevorstehenden Klimaextreme keinen Schwellwert überschreiten.

Die Sedimente der Maare in der Eifel und im französischen Zentralmassiv sind von Geologen geschätzte Klimaarchive. Pollen und Staubteilchen sinken auf den sauerstoffarmen Grund der trichterförmigen Kraterseen, wo sie sich ungestört von Turbulenzen und Lebensvorgängen in jahreszeitlichen Schichten anhäufen.

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