Direkt zum Inhalt

Taifun Mangkhut: Die meisten Toten wohl durch Erdrutsche

Erste Berichte zeigen: Auf den Philippinen starben dutzende, wenn nicht hunderte Menschen durch instabile Berghänge. Das liegt auch an einem besonderen Wirtschaftszweig.
Definiere Schwein gehabt: Ein in einen Steilhang gebautes Haus an einer Straße in den Bergen. Direkt daneben der auf etwa hundert Meter Länge abgerutschte Hang.

Bis zu 100 Menschen starben bei einem einzelnen Erdrutsch, ausgelöst durch die heftigen Regenfälle des Supertaifuns Mangkhut – und das ist vermutlich erst der Anfang. Insgesamt 43 Leichen seien bisher aus den Trümmern des Ortes Itogon geborgen worden, berichten die Behörden, darunter seien auch Kinder. Weitere Berichte aus dem bergigen Terrain Luzons deuten darauf hin, dass weitere Opfer durch abrutschende Gesteins- und Erdmassen zu befürchten sind.

Zwei Umstände führen auf den Philippinen dazu, dass Erdrutsche während Taifunen immer wieder viele Menschen töten – obwohl die Gefahr schon im Voraus völlig absehbar ist. Zum einen fehlen dem Staat die Ressourcen für langfristig vorbeugende Maßnahmen, zum anderen lockt eine potenzielle Einkommensquelle die Menschen in gefährdete Gebiete: Etwa 400 000 Menschen leben nach Schätzungen dort vom illegalen Bergbau. Auch Itogon liegt nahe einer stillgelegten Goldmine, in der die Bewohner der zerstörten Gebäude nach dem Edelmetall gruben. Ihre Baracken standen an einem steilen Hang oberhalb des Dorfes.

Erdrutsche gehören zu den dramatischsten und gefährlichsten Folgen von Wirbelstürmen: Die heftigen Regenfälle besonders in bergigen Regionen, wo die feuchte Luft aufsteigen muss, sättigen den Boden der Hänge mit Wasser, so dass er schwerer und instabil wird. Besonders auf den Philippinen kommt es während und nach schweren Taifunen immer wieder zu tödlichen Erdrutschen, die ganze Dörfer auslöschen. Aber auch in China rechnen Fachleute im bergigen Hinterland der Küste mit Bergstürzen und Erdrutschen durch die heftigen Regenfälle, die Mangkhut mit sich bringt. Da diese Katastrophen vor allem relativ unzugängliche Regionen betreffen, wird erst in einigen Tagen klar werden, wie viele Opfer der Sturm insgesamt in China und auf den Philippinen gefordert hat.

Lesermeinung

Wenn Sie inhaltliche Anmerkungen zu diesem Artikel haben, können Sie die Redaktion per E-Mail informieren. Wir lesen Ihre Zuschrift, bitten jedoch um Verständnis, dass wir nicht jede beantworten können.

Partnerinhalte