Direkt zum Inhalt

Der Sternenhimmel im Dezember: Die Nachbarin der Galaxis

Riskieren Sie ruhig mal einen Blick auf die Dreiecksgalaxie, wenn Sie sich für die eindrucksvollen Bedeckungen auf die Lauer legen!
Sternenhimmel
Die große Andromedagalaxie M 31, eine direkte Nachbarin unserer Milchstraße, haben wir Ihnen bereits vorgestellt. Doch es gibt noch eine weitere Spiralgalaxie in der Lokalen Gruppe: M 33, die Dreiecksgalaxie. Das kleine Sternbild Dreieck ("Triangulum") liegt unterhalb von Andromeda.

Der Sternenhimmel im Dezember | Himmelsanblick in der ersten Dezember-Hälfte gegen 20  Uhr, in der zweiten Monatshälfte gegen 19 Uhr MEZ. Der Planet Mars geht kurz vorher im NNO auf, Saturn erscheint dann zu Monatsbeginn kurz vor Mitternacht im Löwen, zu Silvester zwei Stunden früher, Venus gegen Morgen in der Jungfrau.
Von Städten aus ist die Dreiecksgalaxie kaum zu entdecken, obwohl sie uns fast so nah ist wie M31 und auf 5,7te Größe kommt. Von einer dunklen Stelle erkennen Sie einen schwachen Dunst nach einem Drittel des Wegs von Alpha Trianguli (3. Größe) zu Mirach (Beta Andromedae, 2. Größe). Selbst fürs Teleskop bleibt M 33 eine knifflige Aufgabe.

Wir sehen die Spiralgalaxie von oben, und ihr Licht verteilt sich über ein Himmelsstück von 70 mal 40 Bogenminuten, was sie leuchtschwach erscheinen lässt. Sie beobachten sie deshalb am besten von einem dunklen Ort mit niedriger Vergrößerung, dann hebt sie sich besser vom Hintergrundhimmel ab. Bei 33-facher Vergrößerung erscheint sie in meinem Achtzöller als ovales Glühen mit etwas hellerer Mitte.

Planeten im Dezember

Merkur hat seine obere Konjunktion am 17., wir können uns also getrost den anderen Wandelsternen widmen.

Der Planetenlauf im Dezember | Die Pfeile im Monatspanorama kennzeichnen die Bewegungen von Sonne und Planeten von Monatsanfang bis -ende. Die untere Leiste gibt die Zeit an, wann der darüberliegende Bereich zur Monatsmitte im Süden steht.
Venus, den Morgenstern, können Sie mit seiner -4,2ter Größe kaum übersehen; sie geht lange vor Tagesanbruch auf. Zu Beginn des Monats steht sie in der Jungfrau ("Virgo") wenige Grad links von deren Hauptstern Spika (Alpha Virginis, 1. Größe). Mitte Dezember tritt Venus in die Waage ein ("Libra"). Dann geht sie runddreieinhalb Stunden vor der Sonne auf und steht bei deren Erscheinen etwa 25 Grad hoch im Südsüdosten. Der zurückweichende Planet kommt jetzt nur noch auf 15 Bogensekunden Durchmesser – und schrumpft weiter.

Saturn ist die andere nächtliche Schönheit mit 0,7ter Größe im Löwen. Er zeigt sich bei Monatsbeginn kurz vor Mitternacht, zu Silvester zwei Stunden früher. Die reizvolle Ringwelt steigt während der frühen Morgenstunden hoch in den Süden.

Mars ist jedoch die Hauptattraktion. Nachdem wir ihn das ganze Jahr über wachsen sahen, steht er am Heiligabend endlich in Opposition. Er geht bei Sonnenuntergang im Nordosten auf und versinkt bei Sonnenaufgang im Nordwesten.
Dezember-Kalender

1.12. letztes Mondviertel (13.44 Uhr)
5.12. Mond und Venus bei Spika 9.12. Neumond (18.40 Uhr)
14.12. Maximum der Geminiden
17.12. erstes Mondviertel (23.32  Uhr), Merkur in Konjunktion
19.12. Mars in kleinster Entfernung
20.12. Saturn wird retrograd
21.12. Mond bedeckt Plejaden
22.12. Winteranfang (7.07 Uhr)
23.12. Jupiter in Konjunktion
24.12. Mars-Opposition, Bedeckung (ab zirka 4.30 Uhr) durch den Vollmond (2.15 Uhr)
31.12. letztes Mondviertel (8.50 Uhr)
Wenn der jetzt deutlich rote Planet -1,7ter Größe – heller als Sirius – nach Mitternacht den Meridian überquert, befindet er sich fast siebzig Grad hoch über unseren Köpfen in idealer Beobachtungsposition. Ende des Jahres kehrt er zurück in den Stier, wo er den Rest des Winters bleiben wird. In seinem erdnächsten Punkt hat Mars einen Abstand von 88 Millionen Kilometern und erreicht einen Durchmesser von 15,9 Bogensekunden.

Der Mond startet am Morgen des 1. Dezember gut vier Grad neben Saturn, drei Tage später schrammt er haarscharf an Chi Virginis (4,7te Größe) vorbei. Am Morgen danach fliegt er unter dem Hauptstern der Jungfrau, Spika, hindurch. Schauen Sie am Morgen des Nikolaustags nach der dünnen Sichel, wenn Sie Ihre Stiefel vor die Tür stellen! Eine knappe Woche später taucht der junge Mond im Steinbock ("Capricornus") wieder auf. Am 14. läuft er ein Grad südlich an Neptun vorbei, zwei Tage später anderthalb Grad nördlich an Uranus.

Die dritte Plejaden-Bedeckung, die wir 2007 beobachten können, steht am Abend des 21. ins Haus. Allerdings ist sie die am wenigsten spektakuläre, denn von den helleren der sieben Schwestern ist nur Taygeta (4,3te Größe) betroffen. Sie verschwindet hinter dem schmalen, dunklen Rand um 22.36 Uhr und kommt 62 Minuten später am hellen Rand wieder zum Vorschein.

Marsbedeckung | Nur im abgedunkelten Bereich der Karte ist die Marsbedeckung am Morgen des Heiligabend sichtbar. Für alle anderen Beobachter zieht der Mond knapp über den Roten Planeten hinweg.
Dieses Ereignis wird durch das nächste ziemlich in den Schatten gestellt: Am frühen Morgen des Heiligabend verdeckt der Mond den Roten Planeten. Allerdings ist das nur im Norden und Osten Deutschlands zu beobachten, oberhalb einer Linie Graz – Essen. Unterhalb davon sehen Beobachter den Trabanten um 5 Uhr nördlich des Nachbarplaneten in Bogenminutenabstand vorüberziehen.

Meteore im Dezember

Die Geminiden sind eines der zuverlässigsten, aber auch das frostigste Sternschnuppenereignis des Jahres. Die beste Nacht, um sie zu beobachten, ist jene vom 13. auf den 14. Dezember. Weil die Zwillinge ("Gemini") bei Einbruch der Nacht aufgehen, bleibt der Radiant in der Nähe von Kastor bis zur Morgendämmerung über dem Horizont. Die vier Tage alte, zunehmende Mondsichel verlässt den Himmel um die Mitte des Abends. Am besten können Sie also – wie meistens – nach Mitternacht beobachten, wenn bei optimaler Sicht mehrere Dutzend Geminiden pro Stunde über den Himmel sausen.

Lesermeinung

Wenn Sie inhaltliche Anmerkungen zu diesem Artikel haben, können Sie die Redaktion per E-Mail informieren. Wir lesen Ihre Zuschrift, bitten jedoch um Verständnis, dass wir nicht jede beantworten können.

Partnerinhalte