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Kamo‘oalewa: Das erste Bild von Kamo‘oalewa von Tianwen-2

Eine chinesische Raumsonde, die Proben eines erdnahen Asteroiden sammeln und zur Erde zurückbringen soll, hat das erste Bild seines Ziels übermittelt.
Ein grauer, unregelmäßig geformter Asteroid vor einem schwarzen Hintergrund. Unten links befinden sich zwei Logos, eines mit der Aufschrift "CNSA" und das andere mit chinesischen Schriftzeichen und dem Wort "ASTEROID". Unten rechts ist eine Maßstabsleiste mit der Beschriftung "10米" (10 Meter) zu sehen.
Aus 20 Kilometern Entfernung nahm die chinesische Raumsonde Tianwen-2 dieses Bild des etwa 30 Meter langen, erdnahen Asteroiden Kamo'oalewa auf.

Der Asteroid namens Kamo‘oalewa umkreist die Erde und nähert sich unserem Planeten dabei auf bis zu 14 Millionen Kilometer an, während er sich von ihm bis zu 40 Millionen Kilometer entfernen kann. Es handelt sich um einen Quasimond, das heißt, er umkreist die Sonne, bleibt aber in der Nähe der Erde – bislang wurden acht solcher Objekte entdeckt, die der Bahn unseres Planeten folgen.

Einige Weltraumwissenschaftler bezeichnen diese Objekte liebevoll als »Minimonde« oder »Quasimonde« der Erde, obwohl Untersuchungen darauf hindeuten, dass Kamo‘oalewa tatsächlich ein losgelöstes Stück unseres Mondes sein könnte, das durch einen urzeitlichen Einschlag ins All geschleudert wurde. Andere Belege, darunter Beobachtungen des James-Webb-Weltraumteleskops, widerlegen diese Theorie jedoch.

Chinas Raumsonde Tianwen-2 hat die letzten 400 Tage damit verbracht, zu Kamo‘oalewa zu reisen – eine Reise, die sich über rund eine Milliarde Kilometer erstreckte. Der Felsbrocken hat einen mittleren Durchmesser von etwa 20 Metern – etwas größer als ein Omnibus – und dreht sich alle 28 Minuten einmal um seine eigene Achse. Er wurde im Jahr 2016 entdeckt. Tianwen-2 startete am 28. Mai 2025, um Proben von Kamo‘oalewa zu entnehmen. Die Sonde soll die Proben im Jahr 2027 zur Erde zurückbringen und sie während eines dichten Vorbeiflugs an unserem Planeten in einer speziellen Rückkehrkapsel in die Erdatmosphäre abwerfen.

Die Ausrüstung von Tianwen-2 ermöglicht es, je nach Situation auf drei unterschiedliche Weisen Proben zu entnehmen. Eine Möglichkeit ist die Methode »Touch-and-Go«, ähnlich derjenigen, die bei der Asteroiden-Probenentnahmemission OSIRIS-REx der NASA und der japanischen Asteroidenmission Hayabusa2 zum Einsatz kam. Tianwen-2 könnte auch das Verfahren »Anker-und-Anbringen« ausprobieren, bei dem die Sonde physisch am Asteroiden anlegt und anschließend Proben von der Oberfläche und aus dem Untergrund entnimmt. Eine weitere Möglichkeit wäre die Schwebemethode, bei der ein Roboterarm aus der Sonde ausgefahren wird, während diese über dem Asteroiden schwebt, und Material von der Oberfläche entnimmt.

Die chinesische Weltraumbehörde CNSA teilte in einer Erklärung mit, dass Tianwen-2 Ende Juni eine Entfernung von 19 Kilometern zum Asteroiden erreicht habe. »Die Sonde wird schrittweise detailliertere wissenschaftliche Untersuchungen durchführen, um Daten über die Morphologie, die Materialzusammensetzung und die innere Struktur des Asteroiden zu gewinnen und damit die Grundlage für nachfolgende Probenentnahmen zu schaffen«, so die CNSA. Nachdem Tianwen-2 im Jahr 2027 die Proben in der Erdatmosphäre abgeworfen hat, soll sie ihre Reise zum Kometen 311P/PanSTARRS fortsetzen, wo sie ab dem Jahr 2035 weitere Beobachtungen und wissenschaftliche Untersuchungen durchführen wird.

  • Quellen

Cameron, C.: <a href="https://www.scientificamerican.com/article/chinese-spacecraft-tianwen-2-beams-back-first-image-of-earths-mini-moon/" target="_blank">Chinese spacecraft beams back first image of Earth’s “mini moon”</a>, 2026

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