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Rückblick auf das Jahr 2025: 3I/ATLAS & Co: Das waren die interessantesten Kometen

Im zurückliegenden Jahr konnten sich Kometenfans an einer bunten Mischung interessanter Schweifsterne erfreuen – darunter befand sich sogar ein interstellarer Besucher. Für Staunen sorgten zudem gleich mehrere Objekte, die sich vor den Augen der Beobachter auflösten.
Ein astronomisches Bild zeigt den Kometen 3I/ATLAS mit einem leuchtend grünen Kern und einem langen, schmalen Schweif, der sich nach rechts erstreckt. Der Hintergrund ist mit zahlreichen Sternen übersät. Der Komet hebt sich durch seine Farbe und Helligkeit von den umliegenden Sternen ab. Der Schweif des Kometen ist leicht gebogen und zeigt eine feine Struktur.
Der Star des Jahres | Der interstellare Komet 3I/ATLAS zeigte einen strukturierten Gasschweif und einen kurzen Gegenschweif aus Staubteilchen. Gerald Rhemann und Michael Jäger fotografierten ihn am 2. Dezember 2025 um 01:39 Uhr UT mit einer Kamera vom Typ ZWO ASI 6200 Pro an einem ASA-Astrografen mit rund 30 Zentimetern Öffnung.

Ein spannendes Gebiet der Astronomie ist die Beobachtung von Kometen: Ständig werden neue Objekte entdeckt, die aus den Tiefen des Sonnensystems zu uns gelangen. Und selbst bekannte Kometen, die schon oft in Sonnennähe waren, entwickeln sich in vielen Fällen unerwartet, bis hin zum Zerbrechen ihres eisigen Kerns. Aufgrund der Vielfalt der Objekte und Phänomene lohnt es sich, eine Bilanz des zurückliegenden Jahres zu ziehen und die interessantesten Beobachtungen Revue passieren zu lassen. Im nun folgenden Bericht über die Kometen des Jahres 2025 erfolgen die Zeitangaben in Universalzeit (englisch: Universal Time, UT). Addiert man hierzu eine Stunde, erhält man jeweils die entsprechende Mitteleuropäische Zeit (MEZ); zählt man zwei Stunden hinzu, resultiert die Mitteleuropäische Sommerzeit (MESZ).

Im Jahr 2025 wurden insgesamt 292 Kometen entdeckt oder erstmalig wiederentdeckt. Hierbei geht die überwiegende Zahl von 236 Entdeckungen auf das Konto diverser Weltraumobservatorien, allen voran der Sonnensonde SOHO (Solar and Heliospheric Observatory) und des Compact Coronograph (CCOR), eines Satelliten zur Überwachung der Sonnenkorona und des Weltraumwetters. Den an Bord befindlichen Instrumenten gehen laufend Objekte ins Netz, die sich unserem Tagesgestirn annähern. Meist handelt es sich hierbei um winzige Kometenbruchstücke, die ihre extreme Annäherung an die Sonne in den seltensten Fällen überstehen. Zusätzlich gelangen an terrestrischen Observatorien 46 Kometenentdeckungen und 10 erstmalige Wiederentdeckungen.

Auch mit Amateurteleskopen werden Kometen systematisch beobachtet. Mitglieder der Fachgruppe Kometen (FGK) der deutschlandweiten Vereinigung der Sternfreunde e. V. (VdS) beobachteten im Berichtsjahr insgesamt 118 Kometen, davon 26 visuell. 18 dieser Schweifsterne wurden heller als 14 mag und ließen sich somit eingehend beobachten (siehe »Im Überblick: Die hellsten Kometen des Jahres 2025«).

Im Überblick: Die hellsten Kometen des Jahres 2025

Im Jahr 2025 beobachteten Mitglieder der VdS-Fachgruppe Kometen (FGK) 18 Schweifsterne, die heller als 14 mag wurden. In der Tabelle sind die Daten dieser Objekte aufgelistet, bei den erstentdeckten Kometen auch das Entdeckungsdatum. Das Perihel bezeichnet den sonnennächsten Punkt der Kometenbahn. Die Koma ist die Hülle um den Kometenkern, die aus Gas und Staub besteht. Sie vergrößert sich typischerweise mit Annäherung an die Sonne.

Tabelle: Die hellsten Kometen des Jahres 2025

Die Fachgruppe erhielt 545 visuelle Schätzungen von 9 Beobachtern und 1187 mittels digitaler Spiegelreflexkameras (DSLRs) gewonnene fotovisuelle Beobachtungen von 5 Mitgliedern. Insgesamt 44 FGK-Fotografen sandten 1526 CCD-Aufnahmen ein, wobei teilweise ferngesteuerte Teleskope verwendet wurden, um auch Kometen am Südhimmel zu erwischen. Weitere 1061 Aufnahmen wurden der Fachgruppe von internationalen Beobachtern zugesandt. Darüber hinaus gelangen 10 FGK-Beobachtern etwa 3800 astrometrische Beobachtungen von knapp 180 Kometen.

Ermittelt werden jeweils die Helligkeit und der Komadurchmesser eines Kometen. Hieraus lassen sich Parameter ableiten, welche den jeweiligen Kometen charakterisieren: seine absolute Helligkeit m0 und sein Aktivitätsparameter n, wobei alle plausiblen Schätzungen von FGK-Mitgliedern und internationalen Beobachtern verwendet wurden (siehe »Helligkeitsparameter von Kometen«).

Helligkeitsparameter von Kometen

Die scheinbare Helligkeit m, mit der ein Komet dem Beobachter erscheint, ist abhängig von der Distanz des Kometen von der Sonne (r) und von der Erde (Δ) sowie von dessen Eigenaktivität, die mit dem Aktivitätsparameter n ausgedrückt wird. Die Helligkeitsentwicklung eines Kometen lässt sich in den meisten Fällen mit der folgenden Formel empirisch beschreiben:

m = m0 + 5 · lg Δ + 2,5 n · lg r

Darin werden r und Δ in Astronomischen Einheiten (AE) angegeben. 1 AE entspricht der mittleren Entfernung Erde – Sonne von 149,6 Millionen Kilometern. Der Parameter m0 ist die absolute Helligkeit, die der Komet aufwiese, wenn er sich sowohl von der Sonne als auch von der Erde im Abstand von 1 AE befände.

Der dimensionslose Aktivitätsparameter n ist ein Maß für die Eigenaktivität eines Kometen. Für Himmelskörper, die lediglich das Sonnenlicht reflektieren, gilt n = 2, während dieser Wert bei Kometen nahezu immer größer als 2 ist.

Wird die heliozentrische Helligkeit (m – 5 · lg Δ) über lg r aufgetragen, ergibt sich eine lineare Beziehung der Form y = a + b x, wobei y = m – 5 · lg Δ, a = m0, b = 2,5 n und x = lg r ist. Durch die Anpassung einer solchen Geraden an die Beobachtungsdaten lassen sich m0 und n ermitteln. Generell gilt: Je größer der Aktivitätsparameter n ist, umso steiler ist die Ausgleichsgerade, welche die Daten beschreibt, und umso heller fällt die absolute Helligkeit m0 des Kometen (Schnittpunkt mit der y-Achse) aus.

Heller Komet zu Jahresbeginn

Nur drei Monate nachdem der helle Komet C/2023 A3 (Tsuchinshan-ATLAS) die Sonne passiert und ein beeindruckendes Schauspiel am Abendhimmel geboten hatte, erreichte am 13. Januar ein weiterer heller Schweifstern seine größte Sonnennähe – mit einer Sonnendistanz von nur 0,09 AE: C/2024 G3 (ATLAS). Doch im Unterschied zu erstgenanntem Kometen konnte dieser von Mitteleuropa aus praktisch nicht beobachtet werden. Seine Bahn stand nahezu senkrecht zur Erdbahnebene; lediglich sieben Tage lang befand er sich nördlich von ihr. Als Folge davon ging er von unseren Breitengraden aus nur wenige Tage lang nach der Sonne unter, womit er allenfalls in der sehr hellen Abenddämmerung ausgemacht werden konnte (siehe »Schüchterner Schweifstern«). Daher war ich sehr überrascht, als es mir am Abend des 14. Januar 2025 gelang, den Kometen nur 15 Minuten nach Sonnenuntergang in einer Höhe von 3 Grad über dem Horizont im Fernglas deutlich auszumachen. Trotz der hellen Dämmerung zeigte er neben einer auffälligen zentralen Verdichtung einen kurzen Schweifansatz.

Schüchterner Schweifstern | Von Mitteleuropa aus war der Komet C/2024 G3 (ATLAS) ungünstig am Himmel positioniert. Die Aufnahme vom 14. Januar 2025, 16:16 Uhr UT, zeigt ihn in der hellen Abenddämmerung. Sven Melchert nutzte eine digitale Spiegelreflexkamera und ein 200-Millimeter-Teleobjektiv.

Für Beobachter auf der Südhalbkugel war der Komet hingegen ein interessantes und ungewöhnliches Objekt. Zum Zeitpunkt des Periheldurchgangs lag seine maximale Helligkeit bei –3,2 mag. Dieser Wert wurde indirekt aus SOHO-Daten ermittelt; sie lieferten Helligkeiten zwischen –3,0 und –3,5 mag. In den folgenden Tagen verblasste die zentrale Verdichtung aber sehr rasch, und der Komet zeigte im weiteren Verlauf nur noch den Schweif, der stetig blasser wurde (siehe »Kopfloser Komet«). Die maximale Längenausdehnung des Schweifs erreichte 10 Grad, was 45 Millionen Kilometern entspricht. Unmittelbar nach dem Erreichen des Perihels löste sich der Komet auf. Genauere Analysen lassen in den Tagen um den 2. Januar einen kurzfristigen Helligkeitsanstieg von etwa 1,5 mag erkennen, der möglicherweise durch das Auseinanderbrechen des Kerns hervorgerufen wurde. Die Helligkeitsentwicklung lässt sich vor dem Perihel durch die Parameter m0 = 7,1 mag/n = 4,4, nach dem Perihel durch m0 = 5,8 mag/n = 3,8 beschreiben.

Kopfloser Komet | Kurz nach Jahresbeginn präsentierte sich C/2024 G3 (ATLAS) am südlichen Sternenhimmel. Dieser Komet entwickelte einen ausgeprägten Schweif – das für solche Objekte typische helle Zentrum an der Spitze fehlte jedoch. Die Aufnahme gelang Gerald Rhemann und Michael Jäger am 23. Januar 2025 um 18:22 Uhr UT mit einem ferngesteuerten ASA-Astrografen mit rund 30 Zentimetern Öffnung (f/3,6) sowie einer Astrokamera des Typs ZWO ASI 6200MM Pro.

Ende März wurde auf Aufnahmen des Experiments SWAN (Solar Wind Anisotropies) an Bord der Sonnensonde SOHO der Komet C/2025 F2 (SWAN) entdeckt, der ab dem 3. April auch von terrestrischen Beobachtern knapp über dem morgendlichen Nordosthorizont aufgefunden werden konnte. Seine scheinbare Helligkeit lag zunächst nur bei 10 mag, doch kurz darauf kam es zu einem Helligkeitsausbruch, der ihn am 7. April 7,5 mag hell werden ließ. Am selben Tag wurden auch der maximale Komadurchmesser von 4 Bogenminuten (250 000 Kilometern) und die maximale Schweiflänge von 1,2 Grad (6 Millionen Kilometern) erreicht. Der Ausbruch kündete die völlige Auflösung des Kometen an, dessen extrem diffuse Koma Ende April nur noch 10,5 mag hell war.

Interessantes im Spätsommer und Herbst

Ab August konnte der Komet C/2025 K1 (ATLAS) mit mittelgroßen Amateurteleskopen am Abendhimmel gesichtet werden. Er zeigte sich als 11 bis 12 mag helles Objekt mit kleiner Koma. Die ermittelte absolute Helligkeit ergab eine recht hohe Wahrscheinlichkeit dafür, dass sich dieser Komet auf dem Weg zum Perihel, das er am 8. Oktober in einer Sonnendistanz von 0,33 AE erreichte, auflösen könnte. Entsprechend gespannt fragten sich die Beobachter, wie er sich bei seinem Auftauchen am Morgenhimmel Anfang November zeigen würde. Überraschenderweise präsentierte er sich mit einer deutlich verdichteten 9,5 mag hellen Koma. Hatte er die Sonnenpassage also doch unbeschadet überstanden?

In den folgenden Wochen stieg der Komet rasch höher und näherte sich bis zum 25. November der Erde (bis auf 0,40 AE). Somit konnten die Beobachter unter besten Bedingungen die nachfolgende Entwicklung verfolgen – und diese gestaltete sich bemerkenswert, denn der Komet war aufgrund seiner großen Sonnennähe doch zerbrochen und löste sich langsam auf. Mit großen Teleskopen konnten mehrere Fragmente festgestellt werden. Im Amateurteleskop präsentierte er sich als Miniaturausgabe eines voll entwickelten Kometen: helle zentrale Verdichtung in einer kleinen, maximal 3,5 Bogenminuten (75 000 Kilometer) messenden Koma und ein visuell gut erkennbarer Schweif von bis zu 0,6 Grad (850 000 Kilometern) Länge. Zudem konnte in mittelgroßen Amateurteleskopen für einige Tage das hellste Fragment neben der Hauptkomponente verfolgt werden (siehe »Zerbrechender Komet«).

Zerbrechender Komet | C/2025 K1 (ATLAS) zeigte zeitweise ein Fragment (Pfeil), das auch visuell am Teleskop erkennbar war. Die Aufnahme erfolgte am 21. November 2025 um 04:02 Uhr UT. Roland Fichtl nutzte einen Astrografen mit rund 40 Zentimetern Öffnung (f/2,5) und eine Astrokamera des Typs CDS-5D.

Die Helligkeitsentwicklung dieses Schweifsterns kann vor dem Perihel mit den klassischen Parametern m0 = 12,2 mag/n = 3,1 dargestellt werden, während die heliozentrische Helligkeit nach dem Perihel um 0,08 mag pro Tag abnahm. Diese Zeitabhängigkeit der Helligkeitsentwicklung ist typisch für einen sich auflösenden Kometen.

Von September bis Anfang November konnte der hellste von Mitteleuropa aus sichtbare Komet verfolgt werden: C/2025 A6 (Lemmon) war zunächst am Morgenhimmel sichtbar. Ab Mitte Oktober zeigte er sich am Abendhimmel, allerdings in eher geringen Höhen über dem westlichen Horizont. Bis zum 10. September steigerte er seine Helligkeit sehr rasch (m= 5,5 mag/= 8), um in der Folge eine durchschnittliche Entwicklung zu zeigen (m= 6,9 mag/= 3,5). Die maximale Helligkeit von immerhin 3,8 mag erreichte er am 25. Oktober, sodass er sich unter einem dunklen Himmel mit bloßem Auge ausmachen ließ. Nach seinem Periheldurchgang am 8. November in einer Sonnendistanz von 0,53 AE nahm die Helligkeit recht langsam ab (m= 6,2 mag/= 2,5). Diese Phase seiner Sichtbarkeit konnte jedoch nur auf der Südhalbkugel verfolgt werden. Der maximale Komadurchmesser von 11 Bogenminuten (300 000 Kilometern) wurde Mitte Oktober beobachtet. Zudem wies der Komet über mehrere Wochen hinweg einen visuell gut erkennbaren Gasschweif auf, der Ende Oktober eine maximale Länge von 5 Grad (8 Millionen Kilometern) erreichte (siehe »Dynamische Strukturen«).

Dynamische Strukturen | Mit einem blauen Gasschweif, der veränderliche Details zeigte, sowie einem blassen Staubschweif präsentierte sich der Komet C/2026 A6 (Lemmon). Norbert Mrozek fotografierte ihn am 20. Oktober 2025 um 18:00 Uhr UT mit einem Refraktor vom Typ Takahashi Epsilon 130D und einer Canon Ra.

In den Tagen um den 10. Oktober tauchte der erst kurz zuvor entdeckte Komet C/2025 R2 (SWAN) am Abendhimmel auf, der sein Perihel bereits am 12. September in einer Sonnendistanz von 0,50 AE passiert hatte. Der Erde kam er mit 0,26 AE am 19. Oktober recht nahe. Der Komet erreichte am 15. Oktober eine maximale Helligkeit von 5,8 mag und zum Zeitpunkt der Erdnähe einen maximalen Komadurchmesser von 15 Bogenminuten (200 000 Kilometern). Ende September konnte ein schwacher Schweif beobachtet werden, der eine Länge von bis zu 1 Grad (1,5 Millionen Kilometern) erreichte. In den ersten Tagen hatte der Komet eine deutlich verdichtete Koma gezeigt, die in der Folge rasch diffuser wurde; zudem konnte ein Fragment festgestellt werden. Die Helligkeitsentwicklung lässt sich mit den Parametern m= 9,3 mag/= 4 nur mäßig gut darstellen.

Interstellarer Besucher zum Jahresende

In den zurückliegenden Jahren wurden mehrere Objekte entdeckt, die nicht unserem Sonnensystem entstammten: im Jahr 2017 der Kleinkörper 1I/‘Oumuamua und im Jahr 2019 der erste interstellare Komet 2I/Borisov. Nun näherte sich ein weiterer interstellarer Schweifstern. Der Komet 3I/ATLAS, der zunächst mit C/2025 N1 bezeichnet worden war, versprach, eventuell auch mit mittelgroßen Amateurteleskopen beobachtbar zu werden. In den ersten Monaten steigerte er seine Aktivität nur geringfügig (m= 11,8 mag/= 2), was zu einer Maximalhelligkeit von lediglich 14,5 mag geführt hätte. In den 60 Tagen vor seinem Periheldurchgang am 29. Oktober stieg die Aktivität jedoch sehr stark an (m= 5,0/= 8), sodass der Komet bei seinem Verschwinden in der Abenddämmerung in den ersten Oktobertagen bereits 12 mag hell war. Wie würde er sich beim Auftauchen in der Morgendämmerung präsentieren? Zur Freude der Beobachter zeigte er sich Anfang November 9,5 mag hell, mit einer 4 Bogenminuten großen, deutlich verdichteten Koma. Damit war 3I/ATLAS der erste interstellare Komet, der mit kleineren Teleskopen verfolgt werden konnte – und dies über einen deutlich längeren Zeitraum als ursprünglich erwartet. Nachdem er das Perihel seiner Bahn durchlaufen hatte, nahm seine Aktivität entsprechend den Parametern m= 6,7 mag/= 3,4 ab. Fotografisch ließen sich ein bis zu 1 Grad langer Gasschweif und ein zur Sonne hin gerichteter kurzer Gegenschweif aus Staubteilchen feststellen (siehe »Der Star des Jahres«).

Unspektakulär präsentierte sich der Komet C/2025 T1 (ATLAS) in den letzten beiden Monaten des Jahres am Abendhimmel. Ende November erreichte er eine maximale Helligkeit von 9,1 mag und einen maximalen Komadurchmesser von 5 Bogenminuten (240 000 Kilometern). Der Komet zeigte eine recht diffuse Koma mit einer erkennbaren zentralen Verdichtung, jedoch keinen visuell erkennbaren Schweif. Vor dem Perihel stieg seine Helligkeit steil an (m= 6,9 mag/= 17), während seine Aktivität nach dem Perihel nur sehr langsam abnahm (m= 8,6 mag/= 2).

Zum Jahreswechsel konnte der Komet 24P/Schaumasse am Morgenhimmel verfolgt werden. Er erreichte Mitte Januar 2026, als er sich der Erde bis auf 0,59 AE genähert hatte, seine maximale Helligkeit von 9,1 mag und seinen maximalen Komadurchmesser von 10 Bogenminuten (260 000 Kilometern). Die Koma präsentierte sich ziemlich diffus. Ein Schweif konnte visuell nicht festgestellt werden. Der Komet zeigt stets eine sehr steile Zu- und Abnahme seiner Aktivität, die während dieser Sichtbarkeit mit den Parametern m= 7,1 mag/= 18 beziehungsweise m= 8,5 mag/= 10 beschrieben werden konnte.

Weiter im Internet

Mit diesem Beitrag endet eine mehr als 30-jährige Serie von Rückblicken auf die Kometen des Vorjahres. Mein großer Dank gilt allen Beobachtern und Fotografen, die in all den Jahren durch ihre intensive Überwachung der sichtbaren Kometen das erforderliche große Daten- und Bildmaterial zusammengetragen haben. Des Weiteren danke ich der Redaktion, namentlich Herrn Martin Neumann, für das große Engagement, mit dem er meine Manuskripte in gefällige Publikationen überführt hat. Wer an Kometen interessiert ist, sei auf die Internetseiten der Fachgruppe verwiesen (fg-kometen.vdsastro.de). Dort werde ich, solange es mir möglich ist, auch zukünftig Auswertungen zu den aktuellen Kometen publizieren.

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  • Quellen
Althaus, T., Der interstellare Besucher 2I/Borisov ist zerbrochen. Sterne und Weltraum 7/2020
Kammerer, A., Die Kometen des Jahres 2024. Sterne und Weltraum 8/2025
Krüger, H., Der zweite interstellare Besucher. Neues vom Kometen 2I/Borisov. Sterne und Weltraum 4/2020
Müller, A., 3I/ATLAS, der dritte interstellare Besucher. Sterne und Weltraum 5/2026

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