Rückblick: Die Sonnenaktivität im Dezember: Das Auf und Ab geht weiter

Den Auftakt der Sonnenaktivität im Dezember 2025 boten drei eng aneinandergereihte Fleckengruppen auf der Südhalbkugel des Tagesgestirns, die das Geschehen in den ersten zwölf Tagen dominierten. Sie produzierten einen Strahlungsausbruch (englisch: flare) der stärksten Klasse X und mehrere Flares der zweitstärksten Kategorie M. Darauf folgte eine Woche relativer Fleckenarmut, ganz im Gegensatz zur wieder recht munter werdenden Aktivität der letzten zwölf Tage des Monats.
Ein derartiges Auf und Ab der Sonnenaktivität war bereits im November zu beobachten. Der Grund hierfür liegt in sehr ungleich verteilten aktiven Regionen, die infolge der Sonnenrotation am Ostrand der Sonnenscheibe auftauchen, dann eine Zeit lang für uns sichtbar bleiben und schließlich am westlichen Rand verschwinden. Die auf den gesamten Monat bezogene mittlere Sonnenfleckenrelativzahl verblieb im Dezember auf dem mäßig hohen Niveau der Vormonate: Die Fachgruppe Sonne der Vereinigung der Sternfreunde e. V. (VdS) ermittelte für den Dezember 2025 einen vorläufigen Wert von 105,8, nach 92,1 im November und 109,1 im Oktober.
Die erwähnte auffällige Fleckenserie ließ sich mit Amateurteleskopen detailliert beobachten (siehe »Monströse Fleckenkette«). Nach ihrem Verschwinden am Westrand der Sonnenscheibe waren aktive Regionen auf der uns zugewandten Sonnenseite eine Woche lang Mangelware; kräftige Flares pausierten sogar für mehr als zwei Wochen. Sechs M-Flares sowie ein starkes X-Flare häuften sich nämlich nur in den ersten zehn Tagen des Monats. Danach dauerte es fast bis zum Monatsende, bis sich uns wieder die aktivere Sonnenseite zuwandte und weitere Flares auftraten: Es waren drei Ereignisse der Klasse M am 27., 28. und 31. Dezember 2025. Mehrere Fleckengruppen erschienen jedoch bereits in den letzten zwölf Tagen des Jahres. Zwei dieser Gruppen entwickelten sich so stattlich, dass sehr scharfe Augen sie sogar während eines dunstigen Sonnenuntergangs erkennen konnten (siehe »Sonnenuntergang mit Flecken«).
Innerhalb magnetisch ruhiger Zonen der Sonne, wie sie gegen Mitte Dezember vorherrschten, lassen sich im Spektralbereich der roten Wasserstofflinie H-alpha oft große Protuberanzen ausmachen. Wenn das Magnetfeld, welches das leuchtende Gas stützt, instabil wird, kann sich eine Protuberanz von der Sonnenoberfläche nach oben entfernen (siehe »Eine Protuberanz hebt ab«).
Um ein derartiges Spektakel am Teleskop zu verfolgen, werden ein sehr engbandiger Spezialfilter und ein lichtdämpfender Vorfilter benötigt; hingegen lassen sich Sonnenflecken im Weißlicht schon recht einfach und ungefährlich mit einem Projektionsschirm hinter dem Teleskop beobachten. Mit jeder Ausrüstung bietet uns das Tagesgestirn rund eineinhalb Jahre nach dem Maximum des aktuellen Aktivitätszyklus weiterhin viel Abwechslung.
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