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News: Die Sonne in Stereo

Gestern startete die US-Raumfahrtbehörde NASA ihre neuesten Satelliten zur Sonnenbeobachtung. Gleich zwei annähernd identische Satelliten sollen die Sonne mit ihren Instrumenten in die Zange nehmen und ein räumliches Bild unseres Zentralgestirns ermöglichen...
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Die beiden Sonnenforscher erlauben es, unser Tagesgestirn noch genauer unter die Lupe zu nehmen und zu überwachen, als es bislang mit der europäisch/amerikanischen Sonde SoHo möglich war. Diese ist seit 1995 im All und nähert sich allmählich der Altersgrenze. Stereo steht für Solar Terrestrial Relations Observatories.
Wie der Name schon andeutet, soll Stereo die Sonne in allen drei Raumdimensionen überwachen und vor allem die Vorgänge in der Atmosphäre unseres Zentralgestirns beobachten. In der Sonnenatmosphäre, der Korona, kommt es immer wieder zu größeren Auswürfen an Materie, die mit hohen Geschwindigkeiten ins All geschleudert werden. Diese als "koronale Materieauswürfe" bekannten Ausbrüche können auch drastische Folgen für uns auf der Erde haben.
Trifft ein solcher Auswurf die Erde, so wird das sie umgebende Magnetfeld stark zusammengeschoben und es kommt zu einem magnetischen Sturm. Dieser kann unter Umständen durch induzierte elektrische Ströme die Stromversorgungsnetze lahmlegen, Kommunikations- und andere Anwendungssatelliten zerstören und natürlich auch die Astronauten an Bord der Internationalen Raumstation ISS durch die Partikelstrahlung töten, falls sie gerade einen Außenbordeinsatz durchführen.
Um für solche Fälle gerüstet zu sein und genügend Vorwarnzeit zu haben, ist es nötig, die Sonne ständig zu überwachen. Die bisherigen Verfahren haben jedoch einen gewichtigen Nachteil, sie sehen unser Tagesgestirn nur unter einer Perspektive. Daher ist es manchmal schwierig festzustellen, ob sich ein Ausbruch auf unsere Erde zu bewegt und sie treffen wird.
Hier schafft Stereo Abhilfe: Die beiden Sonden werden in den nächsten drei Monate mit Hilfe von dichten Mondpassagen in unterschiedliche Sonnenumlaufbahnen gebracht. Eine Sonde, Stereo-A, wird dabei der Erde in ihrem Orbit vorauseilen, Stereo-B ihr dagegen folgen. So können die beiden Sonden die Sonne aus zwei deutlich verschiedenen Blickwinkeln sehen und somit sichere Vorhersagen ermöglichen. TA

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