Rückblick auf die Sonnenaktivität im April 2026: Unerwartete Wendung

Anfangs sah alles danach aus, als würde der April ein ruhiger Monat auf der Sonne werden (siehe »Ruhiger Beginn«). Doch ab dem 23. April 2026 überschlugen sich die Ereignisse: Sieben Eruptionen (englisch: flares) der intensivsten Klassen M und X leiteten eine Phase neuer Aktivität ein. Zugleich nahm die Anzahl der Flecken deutlich zu; ferner bildete sich rasch eine große Gruppe.
Wie schon in den wechselhaften Vormonaten kann auch diesmal eine auf den gesamten Monat bezogene mittlere Sonnenfleckenrelativzahl R die Dynamik auf der Sonne nur unzureichend abbilden. Trotz der lebhaften Entwicklung im April ergab sich ein Wert von nur R = 85,7. Dieses Ergebnis liegt auf dem bisherigen Niveau: 88,6 im März und 70,3 im Februar. Die von der Fachgruppe Sonne der deutschlandweiten Vereinigung der Sternfreunde e. V. (VdS) ermittelten Relativzahlen wurden gemäß der international gültigen Zählweise des Solar Influences Data Analysis Center (SIDC) in Belgien geeicht.
Neben der um den 25. April schnell ansteigenden Zahl der Flecken entwickelte sich eine nahe der Mitte der Sonnenscheibe befindliche Gruppe schnell zu einem auffälligen Gebiet mit großer Komplexität (siehe »Stattliches Aktivitätsgebiet«). Damit veränderte sich der Anblick unseres Zentralgestirns dramatisch, von ausklingender Aktivität zu neuem Fleckenschub. Dieser Umschwung ging mit den bereits genannten kräftigen Eruptionen im kurzen Zeitraum vom 23. bis zum 26. April einher (siehe »Verändertes Antlitz«). Drei dieser Ereignisse lagen im Grenzbereich zur energiereichsten Klasse X.
Die magnetische Unruhe der Sonne führte unter anderem zur Bildung einer eruptiven Protuberanz, die am 24. April im Spektralbereich der roten Wasserstofflinie H-alpha beobachtet werden konnte (siehe »Filamente am Sonnenrand«). So kamen alle mit einem entsprechenden Spezialfilter ausgerüsteten Sonnenbeobachter noch vor dem nahenden Monatsende in den Genuss spannender Eindrücke. Doch nicht nur im April hält uns die Sonne gerne zum Narren, und mit weiteren Aktivitätsschüben ist zu rechnen. Bis zum Minimum dürften wohl noch vier Jahre vergehen.
Wenn Sie inhaltliche Anmerkungen zu diesem Artikel haben, können Sie die Redaktion per E-Mail informieren. Wir lesen Ihre Zuschrift, bitten jedoch um Verständnis, dass wir nicht jede beantworten können.