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Nanotechnologie: Die spinnen, die Nanoforscher!

Sie sind stärker als Stahl, leiten Strom besser als Kupfer und Hitze besser als Diamant: einwandige Nanoröhrchen aus Kohlenstoff. Bislang konnte die Industrie jedoch keine Werkstoffe daraus herstellen, weil sich kaum brauchbare Fäden in größeren Mengen spinnen ließen. Entweder schwammen die Nanoröhrchen als kurze Stückchen lose verteilt in einer Lösung oder sie klumpten zusammen wie ein Haufen Spagetti, sodass sie unbrauchbar waren.

Nun verkünden Wissenschaftler von der Rice-Universität in Houston und der Pennsylvania-Universität in Philadelphia, sie hätten ein Verfahren entwickelt, mit dem sich lange Nano-Fäden ziehen lassen. Mit von der Partie ist Richard Smalley, der 1996 zusammen mit anderen Kollegen für die Entdeckung der Kohlenstoff-60-Fußbälle (Buckyballs, Fullerene) den Nobelpreis für Chemie erhielt.

Das Forscherteam entwickelte Verfahren weiter, die zur Herstellung von Kevlar und Zylon dienen. Zylon – eine PBO-Faser – ist das bislang stärkste Garn auf dem Markt. Aus ihm werden schusssichere Westen genäht.

Um lange Fäden zu erhalten, ziehen die Nanotechnologen die Röhrchen aus einer hochkonzentrierten Schwefelsäurelösung. Sie nimmt zehnmal mehr Nanoröhrchen auf als die bisher verwendeten wässrigen Lösungen. Das Forscherteam glaubt nun, die wichtigste Hürde zur industriellen Produktion genommen zu haben. Doch ziehen wohl noch einige Jahre ins Land, bis erste Anwendungen marktreif sind, vermuten sie.

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