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Weltumsegelung: Die tödliche Odyssee des Magellan

1519 bricht der Portugiese Ferdinand Magellan auf, um eine Westroute zu den Molukken zu erkunden. Die Fahrt artet zur Odyssee aus – und endet als erste Weltumsegelung. In diesem Monat jährt sich das Ereignis zum 500. Mal.
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6. September 1522, Sanlúcar de Barrameda an der spanischen Atlantikküste. Ein von Würmern zerfressenes und von Stürmen gebeuteltes Wrack treibt in die Mündung des Guadalquivir. An Bord befinden sich 18 zerlumpte, bis auf die Knochen abgemagerte Gestalten. Sie sind das letzte Häuflein jener 265 Männer, die fast auf den Tag genau drei Jahre zuvor von ebendieser Stelle aus mit fünf Schiffen zu einer Reise aufgebrochen waren, die nie zuvor ein Mensch unternommen hatte – einer Reise um die Welt.

Die Victoria, so heißt die einst stolze Karavelle, hatte tausende Kilometer zurückgelegt. Ihr Kommandant Ferdinand Magellan war da aber längst nicht mehr an Bord. Der erfahrene Kapitän war auf den Philippinen im Kampf gefallen. Doch ein solches Unterfangen – die Welt zu umsegeln – hätte kaum ein anderer in Angriff nehmen können als dieser zähe Seemann und harte Hund.

Um 1480 kommt Magellan als Fernão Magalhães im portugiesischen Sabrosa als Sohn eines niederen Adligen zur Welt. Er wird in eine Zeit geboren, in der Portugal die führende Seefahrernation ist. Mit etwa zwölf Jahren geht Fernão als königlicher Page an den Hof nach Lissabon, wo er Unterricht in Algebra und Geometrie erhält und sich Wissen in den Bereichen der Navigation, Astronomie und Kartografie aneignet. In der Kapitale erlangt Magalhães auch Kenntnisse über die Karavelle, jenen Schiffstyp, dessen Takelung es den Seefahrern ermöglicht, gegen den Wind zu segeln. Und er lernt, mit nautischen Geräten umzugehen, mit denen sich die Seefahrer selbst in unbekannten Gefilden orientieren können, wie dem Astrolabium und dem Jakobsstab. Mit dem einen lassen sich Datum und Himmelsrichtungen bestimmen, mit dem anderen die geografische Breite aus dem Stand der Sterne ermitteln. »Denn um sich überhaupt in einer Terra incognita zurechtzufinden und wenigstens einigermaßen zielsicher navigieren zu können«, so Kevin Fewster, pensionierter Direktor des National Maritime Museum in Greenwich, London, »mussten sich die Pioniere der Seefahrt vor allem am Himmel orientieren.«

Der junge Magalhães erweist sich als gelehriger und talentierter Schüler. Schon bald hat er Gelegenheit, sein Wissen in die Praxis umzusetzen. Zu Beginn des 16. Jahrhunderts heuert er auf Schiffen an, die ihn nach Afrika und Indien führen – Länder, zu denen die Portugiesen seit den Tagen von Bartolomeu Diaz und Vasco da Gama mit der Umrundung des Kaps der Guten Hoffnung (1488) und der Entdeckung des Seewegs nach Indien (1498) Zutritt haben. 1505 reist Fernão Magalhães auf der gleichen Route unter dem Kommando des Vizekönigs Francisco de Almeida zu den Molukken und kehrt reich beladen mit Gewürzen an den portugiesischen Hof zurück. In den folgenden Jahren nimmt Magalhães an Expeditionen nach Kenia, Mosambik und Malakka auf der Malaiischen Halbinsel teil, damals die Drehscheibe des Handels in Südostasien. 1513 ist er wieder in Portugal, doch bald danach segelt er nach Nordafrika. Die Portugiesen entsenden eine Strafexpedition gegen die marokkanische Stadt Azemmour. Dort trägt Magalhães eine Verletzung am Bein davon, die ihn zeitlebens in seiner Motorik einschränken sollte.

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Astrolabium | Das Astrolabium ist ein astronomisches Gerät. Damit konnten die neuzeitlichen Seefahrer Himmelsrichtungen und Zeitdaten bestimmen.

Der ehrgeizige Adlige ist intensiv mit seiner Karriere im Dienst Portugals beschäftigt, als er 1514 im Alter von 34 Jahren bei seinem König Manuel I. in Ungnade fällt. Es kursiert das Gerücht, Magalhães habe sich an der Beute des Kriegszugs in Marokko bereichert. Sicher nachweisen lässt sich dieser Verdacht nicht. Fest steht allerdings, dass der ehrgeizige Adlige in seinem Heimatland keine Zukunftsperspektiven mehr sieht und ins Lager des iberischen Rivalen Spanien wechselt.

In Sevilla knüpft Fernando de Magallones, wie sein Name auf Spanisch lautet, engen Kontakt mit dem hohen spanischen Beamten Diego Barbosa – er ehelicht dessen Tochter. Die Heirat in die Barbosa-Familie bahnt Magellan den Weg zum spanischen König. Knapp vier Jahre später kreuzt Magellan am Hof in Valladolid auf und unterbreitet dem König einen aberwitzigen, doch verführerischen Plan: Er, der seit Langem über Seekarten auf der Suche nach einer Ostwestpassage im Südmeer brütet, will für den Herrscher eine neue Schiffsroute zu den reichen Gewürzinseln der Molukken erschließen. Sein vermessener Plan ist es, Südostasien unter Umrundung der Südspitze Amerikas von Osten kommend anzulaufen – also in entgegengesetzter Richtung zu den Portugiesen.

Rund 20 Jahre zuvor hat Kolumbus nicht den Seeweg nach Indien gefunden, sondern Amerika wiederentdeckt – auch wenn der Genuese zeitlebens glaubt, er habe Asien angelaufen. Spätestens Vasco Nuñez de Balboa hatte aber mit diesem Irrtum aufgeräumt, als er 1513 den Isthmus von Panama überquerte und damit der erste Europäer war, der das »Südmeer« erblickte – den Pazifik.

Die beiden großen Seemächte jener Zeit, Spanien und Portugal, schleppen seither ein Problem mit sich herum: Sie hatten zwar 1494 im Vertrag von Tordesillas den Rest der noch unentdeckten Welt unter sich aufgeteilt, dabei jedoch die Kugelform des Globus nicht berücksichtigt. Alle künftigen Entdeckungen westlich von 46 Grad westlicher Länge sollten Spanien zugesprochen werden, alle östlich davon liegenden Gebiete Portugal. So gerät Amerika mit Ausnahme Brasiliens unter spanischen Einfluss. Nun kann man aber, wie Balboa herausgefunden hat, auch über West nach Ost fahren. Gehörten dann die reichen Gewürzinseln, die Molukken im Malaiischen Archipel, zur spanischen oder zur portugiesischen Einflusszone? Magellan bietet dem König an, diese Frage zu beantworten, natürlich im Sinne der spanischen Krone. Denn auf Grund seiner Kartenstudien ist er davon überzeugt, dass es irgendwo im Süden Amerikas eine Durchfahrt ins Südmeer und von dort zu den Molukken gibt.

Die Idee gefällt dem jungen König Karl I., dem späteren Kaiser Karl V. Schließlich wittert Seine Katholische Majestät eine lukrative Einnahmequelle. Er ernennt Magellan zum Generalkapitän einer Expeditionsflotte. Diese sticht mit finanzieller Unterstützung der Augsburger Bankiersfamilie Fugger am 20. September 1519 in Richtung Atlantik in See – zu einer Reise, die das Weltbild endgültig verändern sollte.

Revolte gegen Magellan

Von seinem Flaggschiff Trinidad befehligt Magellan die Karavellen Concepción, Santiago, San Antonio und Victoria. Mit an Bord befindet sich der Chronist Antonio Pigafetta, ein abenteuerlustiger Italiener aus Vicenza, der Tagebuch führt. Die Mannschaft weiß allerdings nicht genau, wohin es eigentlich gehen soll. Magellan schweigt sich über das Reiseziel bewusst aus. Er glaubt, dass die Unsicherheit der Männer seine Autorität stärkt, zusätzlich zur harten Hand, mit der er die Schiffe führt. Doch nicht immer geht dieses Kalkül auf.

Im Dezember 1519 erreicht die Flotte auf Höhe des späteren Rio de Janeiro die Neue Welt und beginnt mit der Suche nach einer Durchfahrt, eine Herkulesaufgabe. Bucht um Bucht klappern die Schiffe ab, nur um wieder und wieder festzustellen, dass das Wasser irgendwann seinen Salzgeschmack verliert und es sich bloß um eine weitere Flussmündung handelt. In der Bucht von San Julián (heute in der südargentinischen Provinz Santa Cruz) geht die Flotte schließlich vor Anker. Magellan befiehlt der Mannschaft, sich auf eine Überwinterung einzurichten, und kürzt die Wein- und Brotrationen.

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Porträt des portugiesischen Entdeckers Ferdinand Magellan | Der Seefahrer lebte von 1480 bis 1521. Sein Porträt ist Teil eines Freskos aus dem 16. Jahrhundert in der Villa Farnese in Caprarola nahe Rom.

»Hier entstand viel Unzufriedenheit«, notiert Pigafetta in seinem Tagebuch. In der Nacht zum 2. April 1520 bricht eine Revolte los. Mehrere Offiziere bemächtigen sich dreier Schiffe. Kaltblütig holt Magellan zum Gegenschlag aus, schickt zwei Ruderboote aus, deren Männer im Handstreich die Victoria zurückerobern. Die Meuterer geben auf. Einen der Rädelsführer lässt Magellan erdolchen, einen anderen zum Tod durch Enthauptung verurteilen und anschließend vierteilen. Zwei Männer werden an einem leeren Strand ausgesetzt.

Fortan herrscht beklommene Stille. Am 24. August 1520 verlassen die Seefahrer das unwirtliche Land. Sie haben nur noch vier Schiffe. Die vorausgeschickte Santiago ist im Sturm an der Küste zerschellt. An einem Kap, das Magellan Virgines nennt, das »Kap der Jungfrauen«, taucht im Oktober eine schmale Wasserstraße vor dem Ausguck auf. »Die gesamte Mannschaft war sich sicher, dass die Bucht keinen westlichen Ausgang habe«, bemerkt der Bordchronist. »Der Kapitän wusste aber, dass es einen Weg durch eine verborgene Meeresenge gebe, denn er hatte im Archiv des Königs von Portugal eine Karte des trefflichen Kartografen Martin Behaim gesehen.« Zwei Schiffe fahren voraus und kehren nach bangem Warten zurück. Schon von Weitem künden ihre Freudenschreie von der Entdeckung: Die Passage ist gefunden.

Der Jubel bleibt nicht ungetrübt. Die Meerenge zwischen Festland und Feuerland teilt sich in viele unübersichtliche Kanäle auf. Magellan teilt die geschrumpfte Flotte, um mehrere Passagen gleichzeitig zu erkunden. Doch seine Autorität hat gelitten. Die San Antonio setzt die Segel und fährt zurück nach Spanien. Ausgerechnet sie – das Versorgungsschiff der »Molukken-Armada«.

Ratten, Skorbut und Wahnsinn an Bord

Drei von einst fünf Schiffen durchfahren nun jene Wasserstraße, die künftig Magellans Namen tragen soll. Nach 38 Tagen erreicht die Flotte am 28. November 1520 den Pazifik. Weil das Wetter ruhig ist und die Winde günstig stehen, nennt Magellan das Südmeer »mare pacifico«, friedvolles Meer. Er segelt erst einmal 2000 Kilometer die chilenische Küste hinauf und schwenkt dann, die Passatwinde nutzend, nach Westnordwest ein.

Die drei Schiffe haben allerdings viel zu wenig Proviant an Bord. Ratten werden zur Delikatesse, Skorbut breitet sich aus. Die Seeleute sind dem Wahnsinn nahe. Viele überleben die Pazifiküberfahrt nicht. Nach 98 Tagen erreicht die Flotte im März 1521 die Insel Guam in der Marianengruppe, rund 2000 Kilometer östlich der Philippinen. Nach einigen Tagen Erholungspause geht es dorthin weiter. Auf der Insel Cebu treibt die Mannschaft Tauschhandel mit den Eingeborenen. Aber Magellan versteht sich nicht nur als Seefahrer und Kaufmann, sondern auch als Missionar im Dienst Seiner Katholischen Majestät. »Schließlich bildete der Katholizismus den ideologischen Rahmen für die Kolonialisierung«, so der philippinische Historiker Vicente L. Rafael.

Magellan gelingt es, den Herrscher von Cebu und dessen Untertanen zum christlichen Glauben zu bekehren. Mit dem Kreuz in der Hand will der Gesandte des Königs auch die Bewohner der Nachbarinseln christianisieren. Doch nicht alle Inselherrscher sind bereit, ihren Glauben für den der Ankömmlinge einzutauschen. Lapu-Lapu etwa, der ebenso stolze wie kampferprobte Häuptling der kleinen philippinischen Insel Mactan, widersetzt sich dem Ansinnen der fremden Herren und weigert sich beharrlich, sich diesen zu unterwerfen. Magellan, dessen Autorität auf dem Spiel steht, schäumt vor Wut. Er ist fest entschlossen, dem renitenten Wilden eine Lektion in Sachen Gehorsam zu erteilen. Wenn nicht mit dem Kreuz, dann soll das Missionswerk eben mit dem Schwert vollzogen werden. Der erfahrene Indienkämpfer, der drei Weltmeere bezwungen und zahlreiche Intrigen und Meutereien überstanden hat, bricht zu einer übereilten Strafaktion auf und begeht einen schwer wiegenden Fehler.

Der verhängnisvolle Angriff auf Mactan

Anstatt die Ebbe abzuwarten, um eine günstigere Ausgangsposition für den Landgang zu finden, setzt Magellan, im Vertrauen auf die Überlegenheit seiner Waffen, mit knapp 50 schwer bewaffneten Kämpfern am 27. April 1521 nach Mactan über. Im kniehohen Wasser der Flut und bei nachgiebigem Sand gelingt es den in Rüstungen daherwatenden Spaniern nicht, ihre Feuerwaffen wirksam gegen die zahlenmäßig überlegenen Inselkrieger einzusetzen. Als diese ihrerseits in die Offensive gehen, geraten die Spanier in Unordnung. »Sobald unsere Geschütze abgefeuert waren«, schreibt Pigafetta, »sprangen sie hin und her und schleuderten unter dem Schutz ihrer Schilde Wolken von Pfeilen und Rohrlanzen.« Dabei wurde auch Magellan, durch seine frühere Beinverletzung gehandikapt, von mehreren Pfeilen getroffen. Als der Generalkapitän den Rückzug befiehlt, ist es bereits zu spät. Wild entschlossen, die Eindringlinge zu vernichten, setzen Lapu-Lapus Krieger den Hals über Kopf in ihre Boote fliehenden Spaniern nach. Im anschließenden Kampfgetümmel stürzen sich die Eingeborenen auf Magellan. Pigafetta: »In demselben Augenblick warfen sich alle Feinde auf ihn und hieben mit ihren Waffen auf ihn ein. So kam unser treuer Führer, unser Licht, ums Leben.« Magellan bezahlte seinen taktischen Fehler mit dem Leben. Seine Leiche verschwindet auf Nimmerwiedersehen als Trophäe in Lapu-Lapus Beutesammlung.

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Die Route der Weltumsegelung | Magellans Expedition (schwarze Linie im Bild) begann an der spanischen Atlantikküste, führte an der Südspitze Südamerikas vorbei durch den Pazifik zu den Molukken. Von dort kehrte nur ein Schiff nach Spanien zurück.

Magellan ist es verwehrt, seine Mission zu beenden und seinen größten Triumph in der Heimat zu feiern. Doch lange bevor sich dort die Kunde von der Weltumsegelung verbreitet, hatte Magellan bereits Gewissheit, dass die Erde umrundet war. Den Beweis hierfür erbrachte sein Diener Enrique, den der Seefahrer 1506 in Malakka auf der Malaiischen Halbinsel gekauft und über den Indischen Ozean mit nach Europa genommen hatte. Wie aus den Aufzeichnungen Pigafettas hervorgeht, fiel Magellan nach der Ankunft auf den philippinischen Inseln auf, dass Enrique die Sprache der Einheimischen verstand. Ein untrügliches Zeichen dafür, dass er von Osten kommend in seinen malaiischen Kulturkreis zurückgekehrt war. Folglich gebührt dem weitgehend vergessenen Diener die Ehre, als Allererster den Erdball umfahren zu haben.

Magellans dilettantischer Angriff auf Mactan bleibt nicht ohne Folgen. Nach ihm sterben auch auf Cebu viele spanische Offiziere, die der dortige Herrscher aus Enttäuschung über die Schwäche der Spanier hinrichten lässt. Von den einst 265 Mann, die im September 1519 aufgebrochen waren, fliehen 115 nach Borneo. Nach anderthalb Jahren auf hoher See ist die Molukken-Armada nicht nur stark dezimiert, sondern auch kopflos, noch ehe sie ihr eigentliches Ziel erreicht hat. Aber es muss weitergehen. Weil man zu wenig Leute hat, um mit drei Schiffen weiterzusegeln, wird die Concepción aufgegeben. Im November 1521 erreichen die Trinidad und die Victoria die Gewürzinseln, das ursprüngliche Ziel der Reise. Dem neuen Kommandanten Sebastián Elcano, einem Basken, gelingt es, im Namen der spanischen Krone Kooperationsverträge mit dem Sultan der Insel Tidore auszuhandeln. Beide Schiffe werden bis unter das Deck mit kostbaren Gewürzen beladen. Am 21. Dezember 1521 stechen sie in See. Die Trinidad nimmt östlichen Kurs auf Südamerika, während die Victoria unter Kapitän Elcano die kürzere, jedoch riskantere Strecke über das Kap der Guten Hoffnung einschlägt. Riskant deshalb, weil dieser Weg durch den portugiesischen Machtbereich führt.

Am Ende gelingt nur einem Schiff die Heimkehr. Obwohl die Trinidad ausschließlich durch spanisches Gebiet segelt, wird sie nach einer qualvollen Odyssee von portugiesischen Schiffen gekapert. Der Victoria gelingt es, die mehr als 15 000 Kilometer lange Wegstrecke von Tidore nach Sanlúcar de Barrameda unter größten Strapazen zurückzulegen. 18 Mann kommen am 6. September 1522 in Sanlúcar an. »Eine traurige Szenerie für ein derart epochales Ereignis«, schreibt Stefan Zweig in seinem 1938 erschienenen Roman »Magellan – der Mann und seine Tat« über die historische Bedeutung dieses Tags.

In der Tat hat die Ankunft des traurigen Häufleins zerlumpter Seemänner nichts von einem Triumphzug. Als Magellans Nachfolger Elcano seinen Rechenschaftsbericht an den König verfasst, ist er sich der Leistung Magellans und der Mannschaft, tot oder lebendig, allerdings bewusst: »Eure Majestät werden sehr wohl verstehen, wenn es uns höchst beachtlich und bewundernswert erscheint, dass wir einen Seeweg rund um die Erde entdeckt und zurückgelegt haben. Nach Westen hin auslaufend, sind wir vom Osten her zurückgekehrt.«

Tatsächlich war die Fahrt von epochaler wissenschaftlicher Bedeutung. Erstmals wurde die Erde einmal komplett umrundet. Damit hat Magellan, lange bevor Kopernikus mit seiner heliozentrischen Lehre an die Öffentlichkeit trat, den menschlichen Horizont und mit ihm das Wissen über die Welt erweitert.

Hinweis: Am 16. September 2019 haben wir die Information gestrichen, Magellans Weltumsegelung habe bewiesen, dass trotz Kirchendogma die Erde kugelförmig ist. Diese Vorstellung war im Mittelalter und in der Neuzeit bereits sehr weit verbreitet.

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