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News: Die vulkanische Herkunft eines versunkenen Kontinents

Vor 110 Millionen Jahren bahnte sich Lava im damals noch jungen Indischen Ozean einen Weg an die Oberfläche und ergoß sich für eine lange Zeit ins Meer. So lange, daß ein kleiner Kontinent entstand, auf dem sich pflanzliches und tierisches Leben entwickeln konnte. Doch schließlich wanderte das Gestein aufgrund der plattentektonischen Bewegungen von seiner Wärmequelle fort, kühlte ab, kontrahierte sich und versank im Ozean. Ein Team von Wissenschaftlern hat jetzt Bohrungen vorgenommen, um genauer herauszufinden, was damals geschah.
Heute liegt das Kerguelen-Plateaus der großen Eruptivgestein-Provinz (Large Igneous Province, LIP) einen bis 2,5 Kilometer unter dem Meeresspiegel. Vulkanische Ausbrüche vor 110 bis 85 Millionen Jahren hatten den versunkenen Kontinent auf ein Drittel der Größe Australiens anwachsen lassen. Die treibende Kraft lag dabei tief in der Erde und nährte einen Vulkanismus, der heftiger war als während der gesamten aufgezeichneten Menschheitsgeschichte. Die Wissenschaftler des Ocean Drilling Programm wollten auf ihrer Expedition mit dem Forschungsschiff Joides Resolution unter anderem klären, wann genau sich die Vulkane in ihrer aktiven Phase befanden und wieviel des Plateaus damals oberhalb des Meeresspiegels lag.

Als Hinweise dienten fossile Reste von Landpflanzen. Danach verlief die Entwicklung in Stufen: Während der südliche Teil des Kerguelen-Plateaus, in nur wenigen hundert Kilometern Entfernung von der Antarktis, sich vor annähernd 110 Millionen Jahren bildete und der mittlere Teil vor 85 bis 95 Millionen Jahren entstand, formte sich die nördliche Landmasse erst vor 35 Millionen Jahren.

Bruchstücke, die früher aus Holz waren, Samen, Sporen und Pollen sowie Gesteine weisen darauf hin, daß große Teile des Kerguelen-LIP einst an der Oberfläche lagen. Sie alle wurden in 90 Millionen Jahre alten Sedimenten des Zentralplateaus gefunden, sagt Mike Coffin vom Institute of Geophysics der University of Texas.

An drei Bohrstellen tauchten Anzeichen für gewaltige Vulkanausbrüche auf. Nach Aussage der Wissenschaftler lag deren Heftigkeit jenseits unserer Vorstellungskraft. Zum Vergleich ziehen sie die Eruption 1783/1784 von Laki auf Island heran. Das damals entstandene Lavabett bedeckte nur ein Prozent der Fläche, welche die Kerguelen-Vulkane füllten. Der Laki-Ausbruch hatte ein Viertel der Menschen und 75 Prozent des restlichen Lebens auf Island ausgelöscht und Europas Klima für mehrere Jahre beeinflußt. In Anbetracht der ungleich größeren Stärke der Kerguelen-Ereignisse dürften sie entsprechend bedeutendere Auswirkungen auf die Umgebung gehabt haben.

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