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News: Die Wechseljahre liegen in den Genen

Der Zeitpunkt, wann eine Frau ihre Gebärfähigkeit verliert und damit in die Menopause eintritt, schwankt bekanntlich ziemlich stark. Doch völlig unvorhersehbar soll er nicht sein, sondern sich durch einen Blick auf die weibliche Verwandtschaft offenbaren. Denn laut neuesten Untersuchungen sind auch der bei der Geburt angelegte Eivorrat einer Frau, und somit die Spanne ihre Fruchtbarkeit, ein Produkt ihrer Gene - zumindest zu 85 Prozent.
Während der Mann, zumindest theoretisch, auch noch im hohen Alter in der Lage ist, Nachwuchs in die Welt zu setzen, gibt es für das weibliche Geschlecht eine natürliche Grenze seiner Fruchtbarkeit. Mit Übertritt in die Menopause stehen keine zu befruchtenden Eier mehr zur Verfügung, der Hormonhaushalt wandelt sich – oft unter unangenehmen körperlichen Begleiterscheinungen – und der Familienplanung ist ein Ende gesetzt.

Manchmal kommt der Wunsch nach einem Kind aber offenbar zu spät. Besonders hoch ist das Risiko hierfür bei Frauen, die viel Zeit und Energie in ihre berufliche Ausbildung investiert haben und den Kinderwunsch oft zurückstellen. Um den richtigen Zeitpunkt nicht zu verpassen, raten die Wissenschaftler daher, die eigenen genetischen Anlagen zu beachten. Denn zu welchem Zeitpunkt eine Frau die Menopause erreicht, scheint weniger zufällig vonstatten zu gehen, als vielmehr genetisch festgelegt zu sein. Dies offenbart zumindest eine neue holländische Studie, die ein Wissenschaftlerteam um Jan-Peter de Briun vom University Medical Centre in Utrecht durchführten.

Dass es einen Zusammenhang zwischen Erbanlagen und dem Eintritt in die Menopause gibt, ergab sich bei einer Untersuchung von 243 Schwestern, 22 Zwillingen und 37 eineiigen Zwillingspärchen. Ihre Daten waren bereits während einer Brustkrebsstudie, die in den siebziger Jahren begann, zusammengetragen worden. Obwohl das Wissenschaftlerteam drei unterschiedliche analytische Modelle anwandte, kamen sie mit allen dreien zu fast identischen Ergebnissen: Für Schwestern ergab sich eine Korrelation zwischen ihren genetischen Anlagen und dem Erreichen der Menopause von 85 – 87 Prozent. Bei Zwillingen war die Prozentzahl mit 70 etwas niedriger, sie unterschied sich aber nicht signifikant von der Schwesterngruppe.

"Wenn unsere Hypothese korrekt ist, sollte eine Frau sich bewusst machen, wann ihre weiblichen Verwandten die Menopause erreicht haben. Wenn sie eine Familie gründen will, könnte ihr dies bei der Entscheidung helfen, wie lange sie die Mutterschaft aufschieben kann", beurteilt de Briun seine Ergebnisse. Doch unter Druck setzen lassen sollte man sich davon nicht. Schließlich gibt es keine Garantien für die Allmacht der Gene, und andere Faktoren spielen ja auch noch eine wichtige Rolle.

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