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News: Die Wurzeln der Roma

Infolge von Not und Vertreibung sind die Sinti und Roma - oder Zigeuner, wie sie landläufig immer noch genannt werden - seit 1000 Jahren ständig auf Reisen. Ursprünglich waren sie in Indien ansässig. Jetzt zeigt ihr genetischer Fingerabdruck, dass die Roma eine homogene ethnische Gruppe mit kleinem Ursprungsgebiet sind.
Seit über 600 Jahren sind Roma, zu denen sich auch die Sinti zählen, in Deutschland heimisch, und in all der Zeit litten sie unter dem Image der Zigeuner, deren Leben als umherziehendes Volk romantisch verklärt oder als kriminell vorverurteilt wurde. In ihrer ganzen jahrhundertelangen Geschichte waren die Sinti und Roma getriebene Völker, das Umherziehen ist eine direkte Folge davon. Heute leben in Deutschland zwischen 80 000 und 120 000 Sinti und Roma.

Seit langem suchen Wissenschaftler nach den Ursprüngen der Roma und gehen der Frage nach, ob sie eine einzelne ethnische Gruppe darstellen, oder ob sich ihre Herkunft in der Vergangenheit verliert. Linguisten und Anthropologen vermuten schon seit einiger Zeit, dass diese Menschen in der Tat zu einem Volk gehören, das seinen Ursprung vor 900 bis 1100 Jahren in Indien hatte. Von dort wurden sie von Arabern verschleppt und als Sklaven und Soldaten gegen die oströmischen Legionen ins Feld geschickt.

Nun bekommen diese Wissenschaftler Unterstützung von Genetikern um David Gresham von der Edith Cowan University in Perth. Die Arbeitsgruppe hatte die DNA von 275 nicht miteinander verwandten Roma aus 14 verschiedenen Gruppen untersucht und sich sowohl auf das Y-Chromosom als auch die mitochondriale DNA (mtDNA) konzentriert. Dabei interessierten sich Gresham und seine Mitarbeiter auf so genannte Haplotypen, einer Kombination mehrerer Gene eines einzelnen Chromosoms.

Derlei Haplotypen können von bestimmten Mutationen gekennzeichnet sein. Findet sich ein solcher Haplotyp in mehreren Populationen, so lässt sich daraus eine gemeinsame Herkunft ableiten.

In den Y-Chromosomen der Männer zeigte sich, das 45 Prozent den Haplotyp VI-68 aufweisen, während der mütterlicherseits vererbte Haplotyp M bei fast 27 Prozent der mtDNA zu finden war. Beide Haplotypen weisen auf einen Ursprung der Roma auf dem indischen Subkontinent hin, und da es innerhalb jener Haplotypen kaum Abweichungen gibt, war die Ursprungspopulution vermutlich ziemlich klein.

Die Leiterin der Studie Luborodna Kalaydjieva hofft, dass diese Ergebnisse die Einheit des in alle Winde zerstreuten Volks der Roma fördert, und dass die Regierungen endlich wirksamere Maßnahmen zum Schutz dieser ethnischen Gruppe ergreifen - wie bezeichnend, wenn dazu ein einheitlicher genetischer Fingerabdruck nötig wäre.

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