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News: Die Wurzeln des Ackerbaus

Die Landwirtschaft entstand im sogenannten fruchtbaren Halbmond, einer Region im Nahen Osten, die sich von der Türkei über Syrien und Palästina bis nach Mesopotamien und den Iran erstreckte. Genetische Untersuchungen an Einkorn, einem Ahnen des modernen Hochleistungsweizens, weisen darauf hin, daß die ersten Bauern ihr Getreide in den Karacadag-Bergen im Südosten der Türkei angebaut haben.
Manfred Heun von der Agricultural University of Norway und seine Mitarbeiter glauben, daß Einkorn (Triticum monococcum) zuerst in den Karacadag-Bergen domestiziert wurde (Science vom 14. November). Einkorn ist eine von acht Früchten, mit denen nach allgemeiner Ansicht die Landwirtschaft vor rund 10000 Jahren begonnen hat.

Die Wissenschaftler analysierten die DNA von 338 Einkorn-Varianten, die sie im fruchtbaren Halbmond und den umliegenden Gebieten gesammelt hatten. Anhand des genetischen Fingerabdrucks der Pflanzen identifizierten sie eine Form des Einkorns (Unterart boeoticum), die den kultivierten Varianten genetisch sehr ähnlich ist. Sie folgern daraus, daß dieses die Stammform des Kulturweizens ist. Auch archäologische Ausgrabungen früher Siedlungen, bei denen Samen gefunden wurden, deuten darauf hin, daß die Domestikation des Einkorns in den türkischen Bergen begann.

Heun weist darauf hin, daß mit diesem einen Nachweis nicht gesagt ist, daß die hier vor 10000 Jahren lebenden Menschen den Ackerbau erfunden haben. Es wäre aber möglich, daß tatsächlich eine einzelne Menschengruppe in dieser Gegend alle Primärfrüchte kultiviert hat. Jared Diamond von der University of California erklärt in einem Kommentar zu der Veröffentlichung, daß der Ursprung mehrerer dieser Früchte in der Türkei liegt und einige Tiere wie Schafe, Schweine und Rinder in der Nähe domestiziert wurden. Vielleicht lebten dort also tatsächlich die ersten Bauern.

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