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Paläontologie: Ein Dino, so schwer wie neun Asiatische Elefanten

Knochen, die manche Menschen an Größe übertreffen: Dieser Dinosaurier war ein Riese und gehört zu den größten Vertretern der Urzeitechsen, die je in Südostasien entdeckt wurden.
Eine künstlerische Darstellung einer prähistorischen Landschaft mit einem großen Dinosaurier im Vordergrund, der an einem Baumzweig frisst. Der Dinosaurier hat einen langen Hals und einen massiven Körper. Im Hintergrund sind weitere Dinosaurier und eine bewaldete Landschaft unter einem dramatischen Himmel zu sehen. Die Szene vermittelt eine lebendige und dynamische Atmosphäre der Urzeit.
Illustration des riesigen Dinosauriers: So könnte Nagatitan  ausgesehen haben.

Die bekannteste Region für gigantische Sauropoden ist zweifellos Patagonien: Von dort stammen die größten Landlebewesen, die jemals die Erde bevölkert haben. Doch auch in anderen Gegenden der Welt zogen riesige Dinosaurier über das Land, wie ein Fund aus Thailand bezeugt. 2016 entdeckten lokale Bewohner im Nordosten des Landes die fossilen Knochen eines Tieres, die ein Team um Thitiwoot Sethapanichsakul vom University College nun als Nagatitan chaiyaphumensis neu beschreibt: einen pflanzenfressenden Dinosaurier, der lebend bis zu 27 Tonnen und damit so viel wie neun Asiatische Elefanten gewogen haben könnte.

Die Arbeitsgruppe konnte unter anderem die versteinerten Überreste von Teilen der Wirbelsäule, Rippen, Hüft- und Beinknochen präparieren und analysieren. Darunter befand sich auch ein 1,78 Meter langer Knochen aus einem Vorderbein, der damit größer ist als viele Menschen. Ausgehend von diesem Material schlossen sie auf das Gesamtgewicht und die Länge des Tieres, die bis zu 27 Meter betragen haben könnte. Nagatitan unterscheidet sich von anderen Arten durch eine Kombination einzigartiger Merkmale an Wirbelsäule, Becken und Beinen. Er ist allerdings noch deutlich leichter als der argentinische Patagotitan, der 60 Tonnen wog, oder Ruyangosaurus aus China mit seinen 50 Tonnen Gewicht.

Der Name Nagatitan chaiyaphumensis setzt sich aus verschiedenen Bestandteilen zusammen: »Naga« verweist auf eine mythologische Wasserschlange aus der thailändischen und südostasiatischen Folklore, »Titan« auf die Riesen der griechischen Mythologie und »chaiyaphumensis« auf »aus Chaiyaphum«, der thailändischen Provinz, in der die Fossilien entdeckt wurden. Es ist der 14. Dinosaurier, der in Thailand benannt wurde.

Für die Wissenschaftler ist er der »letzte Titan« Thailands, wie sie in einer Mitteilung schreiben: Er stammt aus der erdgeschichtlich jüngsten Gesteinsformation des Landes, die noch solche Dinosaurier aufweist: der frühen Kreidezeit vor 120 bis 100 Millionen Jahren. Noch jüngere Gesteinsschichten bildeten sich, als die Region von einem flachen Schelfmeer bedeckt war. Landlebende Dinosaurier konnten hier also nicht mehr existieren.

Zu Zeiten von Nagatitan chaiyaphumensis erstreckte sich hier wahrscheinlich eine halbtrockene Graslandschaft, die große Sauropoden bevorzugt besiedelten. Durchströmt wurde sie von einem Fluss, in dem neben Fischen auch Süßwasserhaie und Krokodile lebten, wie weitere Fossilfunde zeigen.

  • Quellen
Sethapanichsakul, T. et al., Scientific Reports 10.1038/s41598–026–47482-x, 2026

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