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News: DNA-Impfstoff geht unter die Haut

DNA-Impfstoffe wirken stärker, wenn man sie in die Haut tätowiert, fand ein Team um Martin Müller vom deutschen Krebsforschungszentrum in Heidelberg heraus. Die Methode rief eine 16 Mal so starke Antikörperreaktion hervor wie eine intramuskuläre Injektion.

Anders als gängige Impfstoffe müssen DNA-Vakzine erst von körpereigenen Zellen in ein Protein übersetzt werden, das die Immunreaktion auslöst. Dieser Umweg lohnt sich, weil DNA leichter zu lagern und sicherer zu handhaben ist. Allerdings entsteht bei der Impfung mit nackter DNA nur sehr wenig Protein. Die neue Methode verspricht einen Weg, dieses Problem zu umgehen.

Tattoo | Die Tätowiernadel dringt nur millimetertief in die Haut, trotzdem appliziert sie DNA-Vakzine effektiver als eine Injektion in den Muskel.
Die Wissenschaftler verwendeten in ihren Experimenten ein Erbgutfragment des Humanen Papillomavirus (HPV), dem Erreger, der beim Menschen Gebärmutterhalskrebs verursacht. Das DNA-Fragment injizierten sie Mäusen intramuskulär oder tätowierten es ihnen unter die Haut. Die Tätowierung erzeugte eine deutlich stärkere Immunreaktion als die Injektion.

Die Tätowierung verursacht eine große Wunde, die das Immunsystem aktiviert und es stärker auf den Impfstoff reagieren lässt. Weil eine größere Hautfläche betroffen ist, produzieren mehr Zellen das immunisierende Protein. (lfi)

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