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Bebenrisiko: Doch geringere Bebengefahr an der nordamerikanischen Pazifikküste?

Entlang der Küste um Vancouver und Seattle erwarten Forscher schon bald ein wirklich großes Erdbeben. Vielleicht zu Unrecht.
Erdbeben und Tsunami in Minato, Japan, am 18.03.2011

Ein Teilstück der nordwestamerikanischen Pazifikküste gilt weithin als heißer Kandidat für das nächste zerstörerische Megaerdbeben: Dort vor den Großstädten Vancouver und Seattle liegt die Cascadia-Subduktionszone, die von Nordkalifornien bis vor die kanadische Küste reicht. Im Jahr 1700 gab es dort das letzte schwere Beben, seither baut sich dort wieder Spannung auf. Dachte man bisher jedenfalls. Doch eine neue Analyse zeigt, dass das bisherige Verständnis der Erdbebengeschichte in der Region wohl unvollständig ist. Demnach könnten auch kleinere Erdbeben Spannung abgebaut haben, ohne nennenswerte Spuren zu hinterlassen.

Anhand submariner Hangrutschungen waren Forscher 2012 zu dem Ergebnis gekommen, dass etwa alle 500 Jahre die Verwerfung auf voller Länge reißt und ein Erdbeben der Stärke 9 verursacht. Beben der Stärke 8, bei denen nur ein Teil der Verwerfung reißt, sollen sogar alle 240 Jahre auftreten. Eine neue Analyse anhand älterer Bohrkerne scheint dem nun zu widersprechen. So sei keineswegs von allen der bisher als Megabeben identifizierten Ereignisse die gesamte Verwerfung betroffen gewesen – und die entsprechenden Beben deutlich weniger stark. Demnach könnte der Spannungsabbau auch auf kurze Segmente konzentrieren, die öfter brechen als alle paar hundert Jahre, dabei im Sediment aber keine Spuren hinterlassen.

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