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Klimawandel: Doch keine Ozean-Abkühlung?

Die zwischen 2003 und 2005 festgestellte durchschnittliche Abkühlung der obersten 700 Meter der Meere weltweit war wahrscheinlich nur ein Artefakt und entsprach nicht der realen Entwicklung. Diese Diskrepanz komme durch einen systematischen Wandel und Ausbau der Beobachtungssysteme zustande, meinen Wissenschaftler um Krishna AchutaRao vom Lawrence Livermore National Laboratory.

In den Jahren zuvor basierten die Daten auf einem Netz von Messstationen, das zeitlich und räumlich lückenhaft war. Erst mit Verwendung der so genannten Argo-Messbojen, die frei in den Ozeanen treiben, ist diese System dichter geworden – vor allem in den südlichen Gebieten, die zuvor kaum untersucht worden waren. Da diese Meeresregionen aber deutlich kühler sind, verschieben sich die globalen Mittelwerte nach unten und konstruieren dadurch eine vermeintliche Abkühlung. Betrachtet man aber die einzelnen Beobachtungsgeräte, findet keine umfassende Abkühlung statt, so die Forscher. Die Temperaturen gingen zwar zwischen 2003 und 2005 nach unten, doch bewegten sie sich dabei noch innerhalb der natürlichen Schwankungsbreite, wie sie etwa durch periodische Veränderungen der Meeresströmungen hervorgerufen werden.

Kritiker des Klimawandels durch Menschenhand führten die vermeintliche Abkühlung der Ozeane als Beleg heran, dass doch keine Erderwärmung stattfindet beziehungsweise dass es sich dabei nur um eine vorübergehende, natürliche Erscheinung handelt. Ähnliches galt für die von Satelliten gemessene Temperaturentwicklung der Atmosphäre, die entgegen der Klimamodelle nicht nach oben ging. Auch hier handelte es sich um ein technisches Artefakt, denn die Satelliten unterschieden anfänglich nicht zwischen der sich aufheizenden Tropos- und der sich abkühlenden Stratosphäre. In der Summe glich sich das aus, obwohl beide Bereiche sich entsprechend der im Modell vorhergesagten Richtungen bewegten: Die wärmere Troposphäre führt zu einer kühleren Stratosphäre. (dl)

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