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Der Sternenhimmel des Monats: Dominiert vom Dreieck

Jetzt in der Sommerzeit wird der Nachthimmel vom Sommerdreieck beherrscht: Die Sterne Wega in der Leier und Deneb im Schwan stehen nahezu im Zenit und Atair im Adler im Süden. Die Sternbilder Bootes und Herkules verabschieden sich langsam, wenngleich sie anfangs noch gut sichtbar im Westen beziehungsweise Südwesten stehen.
Sternenhimmel
Der Sternenhimmel im Juli 2008 | Die Ränder der Karte entspricht dem Horizont, ihre Mitte dem Punkt über unseren Köpfen (Zenit). Wenn Sie Anfang Juli gegen 23:00 Uhr, oder Mitte des Monats um 22:00 Uhr MESZ an den Himmel schauen, dann drehen Sie die Karte so, dass sich die Himmelsrichtung, in die Sie gerade blicken, unten befindet. Nun entspricht der Himmelsanblick demjenigen der Karte. Beim Blick in Richtung Norden sollte also zum Beispiel etwa auf halber Höhe zwischen dem Horizont und dem Zenit der Polarstern und unweit davon der Große Wagen, ein Teil des Sternbilds Großer Bär, sichtbar sein. Die rote Linie markiert die Ekliptik, entlang der sich der Mond und die Planeten aufhalten.
Das auffälligste Sternbild der Julinächte ist sicherlich der Schwan, der auch das "Kreuz des Nordens" genannt wird. Ab etwa Mitternacht wandert er in den Zenit, voran sein Kopfstern Albireo – ein hübscher, farbiger Doppelstern. Es folgt der "Querbalken", die inneren Schwingen des Schwans (Cygnus), der von den hellen Sternen Epsilon, Gamma und Delta Cygni gebildet wird. Schließlich zeigt sich der helle Deneb, eigentlich der Schwanzstern, der aber ebenso als die Spitze des "Kreuzes" angesehen werden kann. In einer dunklen Nacht auf dem Lande ist hier die Sommermilchstraße schon zu erkennen. Gen Nordost erreicht sie die dort schon wieder hoch aufgestiegene Kassiopeia (auch als "Himmels-W" bekannt) und schließlich den Perseus. Letzterer erhebt sich allerdings erst in der zweiten Hälfte der Nacht am Nordosthimmel. Dann gehen im Osten auch die Herbststernbilder Pegasus und Andromeda auf.

Am Nordwesthimmel finden wir den "Großen Bären", im Volksmund auch der "Große Wagen" genannt, der im späteren Verlaufe der Nacht seine niedrigste Stellung über dem Nordhorizont, die untere Kulmination erreicht.

Sommerdreiecksbeziehung | Im und um das Sommerdreieck aus den Sternen Atair, Deneb und Wega liegen die kleinen Sternbilder Füchschen, Pfeil und Delfin.
Als zirkumpolares Sternbild geht er ja nie unter, aber er zeigt sehr schon die Jahreszeiten an: In den kalten Winternächten steht er ganz hoch über uns im Zenit, im Hochsommer dagegen ganz tief im Norden. Diese tiefe Stellung mit den Deichselsternen zur Linken und dem Kasten nach unten weisend macht das klassische Bild vom Großen Wagen besonders deutlich.

Der Lauf des Mondes

Am 2. Juli, gegen 3:30 Uhr MESZ, könnte man bei klarem Himmel versuchen, die nur rund zwei Grad über dem Osthorizont befindliche schmale Sichel des abnehmenden Mondes 24 Stunden vor Neumond aufzuspüren. Schon etwas leichter dürfte sich die junge Mondsichel 42 Stunden nach Neumond in der Abenddämmerung des 5. Juli entdecken lassen. Bei einem Sonnenstand von acht Grad unter dem Horizont steht unser Erdtrabant noch vier Grad über dem westlichen Horizont. Er befindet sich dann zwischen dem Mars und dem offenen Sternhaufen Praesepe.

Juli-Kalender

3. 7. Neumond (4:19 Uhr)
6. 7. Mond bei Regulus im Löwen, Mars und Saturn (22:20 Uhr)
10. 7. Mond im Ersten Viertel (6:35 Uhr)
18. 7. Vollmond (10:00 Uhr)
25. 7. letztes Mondviertel (20.42 Uhr)
Auch am nächsten Abend bietet uns der Mond eine hübsche Konstellation: Die Mondsichel bildet ein gleichschenkeliges Dreieck mit Mars und Saturn, die sich beide etwa vier Grad von ihr entfernt befinden. Mars und Saturn trennen voneinander nur rund 2,1 Grad. Am 10. Juli ist der zunehmende Halbmond, das Erste Viertel, erreicht. Drei Tage später passiert der Erdtrabant den 2,9 mag hellen Stern Pi Scorpii im Sternbild Skorpion, am nächsten Abend läuft er an dessen Hauptstern Antares im Abstand von 4,7 Grad vorbei. Am 18. Juli ist Vollmond, am 25. erscheint der Erdtrabant als abnehmender Halbmond, das Letzte Viertel. Am 28. Juli finden wir den Erdtrabanten in der Nähe des offenen Sternhaufens der Plejaden und am frühen Morgen des 31. können wir die schmale Sichel des abnehmenden Mondes letztmals in der Morgendämmerung vor Neumond am 1. August sichten.

Die Planeten

Merkur erreicht zwar am Monatsanfang eine größte westliche Elongation mit einem Sonnenabstand von 21,6 Grad zum Tagesgestirn, bleibt aber in unseren Breiten im Dunst und der Helligkeit des Morgenhimmels verborgen. In südlicheren Gefilden wie etwa in Italien oder der iberischen Halbinsel lässt sich der innerste Planet dagegen leicht sichten. Die beste Zeit ist die Woche vom 8. bis 15. Juli: Am 8. Juli geht Merkur gegen 4:13 Uhr MESZ auf, und er ist rund –0,2 mag hell. Bis zum 15. Juli steigt seine Helligkeit auf –0,9 mag an, er geht dann um 4:26 Uhr auf.

Venus stand im Juni in einer oberen Konjunktion zur Sonne. Ihr östlicher Winkelabstand zum Tagesgestirn wächst leider nur langsam an. Am Monatsende hat sich Venus etwa 15 Grad von der Sonne entfernt, ist aber für das freie Auge kaum zu sehen. Am Monatsende geht die –3,9 mag helle Venus um 21:45 Uhr MESZ unter, etwa eine Dreiviertelstunde nach der Sonne (die Zeiten beziehen sich auf Frankfurt am Main). Bei besonders klarem Wetter könnte der Abendstern vielleicht tief am Westhorizont sichtbar sein.

Mars befindet sich im Sternbild Löwe und tritt nun allmählich von der Himmelsbühne ab. Ab der Monatsmitte wechselt er an den Taghimmel und ist dann mit dem bloßen Auge nicht mehr zu sehen. Am Monatsanfang finden wir den Roten Planeten 0,7 Grad nördlich von Regulus im Löwen. Er bildet am 6. Juli mit Saturn und der Mondsichel eine schöne Konstellation. Am Monatsanfang geht Mars um 23:54 Uhr unter, um den 20. Juli schon um 23:00 Uhr, nach diesem Datum wird man vergeblich nach dem Planeten suchen.

Der Riesenplanet Jupiter bewegt sich rückläufig durch das Sternbild Schütze und erreicht am 9. Juli die Opposition zur Sonne. Damit ist die günstigste Beobachtungsperiode in diesem Jahr angebrochen. Jupiter lässt sich nun die ganze Nacht beobachten. Allerdings sind trotz Opposition die Beobachtungsbedingungen nicht optimal, denn der Planet steht mit einer Deklination von –23 Grad sehr tief im Süden. Daher muss sein Licht die dichten und dunstigen Luftschichten nahe des Horizonts durchdringen, so dass Jupiter im Teleskop unter starker Luftunruhe leidet, die den Blick auf ihn verwischt. Befände sich eine Raumsonde bei Jupiter, so könnte sie am Tag der Opposition einen Erdtransit beobachten, denn dann ziehen die Erde und der Mond über die Sonnenscheibe hinweg. Jupiter befindet sich an diesem Datum fast exakt in der Ekliptik, der Erdbahnebene. Am Oppositionstag geht Jupiter um 21:17 Uhr auf, überquert den Meridian um 1:23 Uhr und geht um 5:28 Uhr unter. Er leuchtet mit einer scheinbaren Helligkeit von –2,7 mag. Der scheinbare Durchmesser erreicht am Äquator 47,4 Bogensekunden, über die Pole 44,3 Bogensekunden. Diese starke Abplattung, die auf die rasche Rotation von rund 9h55m zurückzuführen ist, fällt schon in einem kleineren Teleskop auf. Furore macht zurzeit ein dritter roter Fleck, der sich kürzlich gebildet hat. Er bewegt sich auf dem gleichen Wolkenband wie der seit drei Jahrhunderten bekannte Große Rote Fleck und dürfte mit diesem in einigen Wochen zusammentreffen.

Saturn bewegt sich rechtläufig durch das Sternbild Löwe und ist ab dem letzten Monatsdrittel mit bloßem Auge nicht mehr zu erspähen. Am Monatsanfang geht der Ringplanet um 0:06 Uhr unter, am Monatsende schon um 22:14 Uhr. Saturn leuchtet dann mit einer scheinbaren Helligkeit von nur noch 0,8 mag. Am 11. Juli passiert Mars den Ringplaneten südlich in einem Abstand von nur 0,6 Grad.

Uranus bewegt sich rechtläufig durch das Sternbild Wassermann und ist am Morgenhimmel zu sehen. Am Monatsanfang geht er um 0:27 Uhr auf, am Monatsende um 22:28 Uhr. Er ist 5,8 mag hell.

Neptun bewegt sich rückläufig durch das Sternbild Steinbock. Er geht am Monatsanfang um 23:29 Uhr auf, am Monatsende schon um 21:29 Uhr. Der 7,9 mag helle Planet erreicht im August die Opposition zur Sonne.

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