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Neurologie: Dopamin stimuliert neuronale Stammzellen

Der Botenstoff Dopamin kann neuronale Stammzellen im Gehirn zur Teilung anregen, haben Wissenschaftler aus Deutschland und Frankreich herausgefunden. Diese Entdeckung könnte für die Behandlung von Parkinson-Patienten wichtig sein, da die Betroffenen unter Dopaminmangel leiden.

Die Forscher um Günter Höglinger von der Universität Marburg hatten im Zwischenhirn von Mäusen entdeckt, dass Vorläufer von Nervenzellen, so genannte C-Zellen, Rezeptoren für Dopamin besitzen und von Dopaminfasern kontaktiert werden. Als die Wissenschaftler diese Dopaminfasern bei den Mäusen experimentell schädigten, bildeten sich weniger Nervenzellen im Gehirn der Versuchstiere. Mit dopaminartigen Medikamenten konnte die Nervenzellbildung wieder angeregt werden.

Auch beim Menschen sind Dopaminfasern mit neuronalen Stammzellen verknüpft. Wie sich bei weiteren Untersuchungen bestätigte, vermehren sich diese Stammzellen bei Parkinson-Patienten seltener. Die Wissenschafter vermuten daher, dass einige der nicht-motorischen Symptome der Parkinson-Krankheit, wie Verschlechterung des Geruchssinns und Verringerung der Gedächtnisleistung, durch eine verminderte Stammzellteilung im Gehirn zu erklären ist.

Morbus Parkinson gehört zu den häufigsten Erkrankungen des Nervensystems, an der in Deutschland zwischen 200 000 und 250 000 Menschen leiden. Typisch sind die motorischen Symptome wie Bewegungsverlangsamung, Muskelsteifheit oder Zittern. Ausgelöst wird die Krankheit durch das noch ungeklärte Absterben Dopamin produzierender Nervenzellen.
15.06.2004

Dieser Artikel ist enthalten in Spektrum - Die Woche, 15.06.2004

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