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Demenz: Doppelte Hilfe

Ein Krebsmedikament wirkt bei Mäusen auch gegen Alzheimerdemenz.
Nase einer neugierigen Maus

Medikamente mit dem Wirkstoff Bexaroten werden bereits seit einigen Jahren in der Krebstherapie eingesetzt. In dem Mittel schlummert aber offenbar noch weitaus mehr Potenzial: Im Mäusegehirn löst es schädliche Ablagerungen auf und könnte sich so auch gegen Alzheimerdemenz bewähren.

Typischerweise verklumpt im Gehirn von Alzheimerpatienten das natürlich vorkommende beta-Amyloid zu so genannten Plaques und stört somit vermutlich die Funktion der Nervenzellen. Die Folge sind teils schwere Beeinträchtigungen der kognitiven Leistungsfähigkeit. Genetisch veränderte Mäuse, die beta-Amyloid nicht abbauen können, zeigen ähnliche Symptome: Sie folgen etwa nicht mehr ihrem natürlichen Instinkt, Nester zu bauen, selbst wenn das Material dazu bereitsteht.

Als Forscher um Gary Landreth von der Case Western Reserve University in Cleveland den Tieren jedoch Bexaroten verabreichten, verhielten sich die Nager nach einiger Zeit wieder vollkommen normal. Im Mäusegehirn konnten die Wissenschaftler außerdem beobachten, dass der Wirkstoff die Produktion des Apolipoproteins E (ApoE) anregte. ApoE half schließlich, das überschüssige beta-Amyloid abzubauen.

In den Gehirnen von jungen Mäusen war dadurch bereits nach 72 Stunden die Hälfte der Plaques verschwunden; insgesamt konnten die Wissenschaftler die schädlichen Ablagerungen sogar um 75 Prozent reduzieren. Auch bei Tieren, die sich bereits in einem weiter fortgeschrittenen Alzheimerstadium befanden, gingen die Amyloidplaques um 50 Prozent zurück. Im nächsten Schritt wollen die Forscher an menschlichen Alzheimerpatienten testen, ob das Medikament hier ebenfalls den Krankheitssymptomen entgegenwirken kann.

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