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Biodiversität: Drache ist Star neu entdeckter Arten

Die Mekong-Region in Südostasien liefert immer noch Stoff für Neuentdeckungen. Ein Bericht listet spektakuläre Funde auf - darunter Tiere, die an Fabelwesen erinnern.
Acanthosaura phuketensis - eine Echse aus Südostasien

Südostasien gilt in mehrfacher Hinsicht als ein Hotspot: Die regionalen Ökosysteme gehören zu den artenreichsten der Erde – und gleichzeitig werden sie in rasendem Tempo zerstört. Die vorhandenen Regenwälder und Flüsse sind zudem nur unvollständig erforscht, weshalb Biologen jedes Jahr bislang unbekannte Spezies erstmals beschreiben können. 163 davon listet der neue WWF-Bericht zur Mekong-Region 2016 auf – darunter neben 126 Pflanzenarten auch 37 Wirbeltierspezies. Zu den spektakulärsten Funden zählt definitiv Acanthosaura phuketensis aus der Reptilienfamilie der Agamen, der mit seinen zahlreichen Dornfortsätzen aussieht wie ein Drache aus dem Märchenbuch.

Ebenfalls aus dem Reich der Fabelwesen könnte der Molch Tylototriton anguliceps entsprungen sein, dessen wulstiger Kopfschmuck die Autoren an die Klingonen aus Star Trek erinnert. An Fantasie mangelte es den Wissenschaftlern prinzipiell nicht, denn die erstmals erfasste Schlangenspezies Parafimbrios lao erinnerte sie wegen ihres bunten Kopfes an David Bowies Ziggy Stardust. Neben neun Amphibien, elf Fischen und 14 Reptilien listen die Biologen auch drei vormals unbekannte Säugetierarten auf.

Klingonen-Molch | Dieser Lurch stammt aus der Gattung der Krokodilmolche und lebt in den Regenwäldern Vietnams, Laos' und Thailands.

Im Norden Thailands fand sich zudem eine neue Bananenart namens Musa nanensis, die bislang nur an einer einzigen Stelle in der Nähe der laotischen Grenze nachgeweisen werden konnte. Ihr bekannter Gesamtbestand beträgt nur 50 Stauden und wird durch Abholzung bedroht. Dieses Schicksal teilt die Pflanze allerdings mit vielen anderen Arten der Region. Laut dem WWF wurden in Südostasien seit 1990 jährlich durchschnittlich 2,7 Millionen Hektar Wald gerodet, um das Holz zu gewinnen oder um auf dem Land Plantagen anzulegen. Zusätzlich sind am Mekong und seinen Zuflüssen mindestens 150 Staudämme geplant: Sie überfluten nicht nur große Landstriche, sondern beeinträchtigen die natürliche Dynamik der Fließgewässer. Viele der charismatischen Arten des Gebiets wie der Indochinesische Tiger, der Asiatische Elefant, die Mekong-Irawadi-Delfine oder der Mekong-Riesenwels (Pangasianodon gigas) gelten deshalb als vom Aussterben bedroht.

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