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Psychologie

Drei Wege, wie wir unsere Freizeit mehr genießen

Wer mehr von seiner Freizeit haben möchte, sollte sie nicht allzu strikt durchplanen, sagen Forscher – und geben Tipps, was man stattdessen tun kann.
Frau macht Foto vom Sonnenuntergang

Ob im Urlaub oder nach Feierabend – freie Zeit ist bei den meisten Menschen rar gesät. Viele versuchen deshalb, sie ähnlich strukturiert durchzuplanen wie Arbeitszeit, um möglichst das meiste aus ihr herauszuholen. Diese Strategie könnte allerdings auch nach hinten losgehen, sagen Selin A. Malkoc von der Ohio State University und Gabriela N. Tonietto Rutgers University. Für ihre aktuelle Studie im Fachmagazin »Current Opinion in Psychology« haben die beiden Forscherinnen die verfügbare Literatur zum Thema unter die Lupe genommen und kommen zu dem Schluss: Wer zu viel plant, verdirbt sich hauptsächlich selbst den Spaß.

Offenbar, so die Erkenntnis von Malkoc und Tonietto, kann man sich auch seine Freizeit mit schönen Dingen überfrachten – und sich dabei mit tollen Aktivitäten sogar andere tolle Aktivitäten vermiesen. Aus den verfügbaren Forschungsdaten leiten sie deshalb die folgenden drei Strategien für mehr Freizeitspaß ab:

1. Flexibel bleiben

Statt auch nach der Arbeit alles minuziös im Terminplan festzuhalten, sollte man die Planung von Freizeitaktivitäten lieber etwas grober angehen. Denn fest abgesteckte Zeiträume begrenzen oftmals den Spaß. Dabei könne es zum Beispiel schon helfen, sich nicht vorzunehmen, »um 17 Uhr« noch einen Abstecher ins Freibad zu machen, sondern »nach der Arbeit«, argumentieren die Forscherinnen. So fühle man sich weniger stark in ein enges Zeitkorsett gepresst.

2. Lücken lassen

Erst zum Frisör, dann einen kurzen Abstecher in den Buchladen machen und hinterher direkt weiter zum Kaffeetrinken mit der besten Freundin oder dem besten Kumpel – so verlockend es auch klingt, sich den ganzen Tag mit schönen Aktivitäten zuzupflastern, so schnell kann uns das die Freude an den einzelnen Dingen rauben. »Man sieht ständig auf die Uhr und hat das Gefühl, dass man viel zu wenig Zeit hat, um das, was man gerade macht, zu genießen«, erklärt Malkoc. So hätten Versuche etwa gezeigt, dass Probanden eine entspannende Massage weniger Vergnügen bereitet, wenn sie direkt danach noch eine Verabredung mit Freunden haben. Die Forscherinnen raten deshalb: nie zwei Freizeitaktivitäten direkt hintereinander planen.

3. Den Moment genießen

Gedanklich mehr im Hier und Jetzt zu verweilen, kann die Stimmung heben, Stress abfedern und unter Umständen sogar gegen Depressionen und Angstzustände helfen. Das legen zahlreiche Studien nahe, die sich mit Achtsamkeitsmeditation oder Achtsamkeitstrainings befassen. Und unsere Freizeitaktivitäten gewinnen an Qualität, wenn wir nicht gedanklich schon über das sinnieren, was in der Zukunft liegt – selbst wenn wir gar nicht unter Zeitdruck stehen. Untersuchungen zeigen, dass wir Aktivitäten mehr genießen können, wenn wir vorher nicht wissen, was als Nächstes kommt. Entsprechend sollten wir uns Mühe geben, mit unseren Gedanken auch in der Freizeit im Augenblick zu halten, empfehlen die Forscherinnen. »Der Schlüssel zum Vergnügen liegt bei Freizeitaktivitäten darin, so sehr im Moment zu leben wie nur möglich«, resümiert Malkoc. »Seien Sie spontan, und vergessen Sie den Kalender.«

27/2018

Dieser Artikel ist enthalten in Spektrum - Die Woche, 27/2018

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