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Botanik: Duftstoffe vertreiben lästige Angreifer

Nachbarschaft
Pflanzen sind kommunikativer als oft angenommen: Sie verständigen sich über chemische Botenstoffe und geben Duftstoffe ab, um Schädlinge abzuwehren oder die Feinde der Störenfriede herbeizurufen. Und manchmal helfen sie sich bei Gefahr auch gegenseitig: Forscher um Sari Himanen von der University of Eastern Finland in Kuopio fanden jetzt heraus, dass Hängebirken (Betula pendula) die vom benachbarten Sumpfporst (Rhododendron tomentosum) frei gesetzten Duftstoffe aufnehmen, um sich gegen den Angriff von Fressfeinden zu schützen.

Die Wissenschaftler hatten die unterschiedlichen Duftstoffe, die Hängebirken und Sumpfporst produzieren, analysiert. Als Studienobjekte dienten sowohl Pflanzen, die in ihrem natürlichen Umfeld entweder separat oder in unmittelbarer Nachbarschaft zur anderen Art wachsen, als auch entsprechend im Labor gehaltene Setzlinge. Während der Sumpfporst vor allem Myrcen, Palustrol und Ledol ausstößt, setzen einzeln stehende Birken unterschiedliche Mono- und Sesquiterpene frei. Wachsen die beiden Pflanzenarten in direkter Nachbarschaft, ändert sich die Zusammensetzung des Buketts von Birken-Duftstoffen signifikant: Sie enthalten dann – wie der benachbarte Sumpfporst – vor allem auch Palustrol und Ledol in erhöhten Konzentrationen.

Betula pendula und Rhododendron tomentosum | Im Labor untersuchten die Forscher, wie sich die Nachbarschaft von Betula pendula und Rhododendron tomentosum auf die Freisetzung von Duftstoffen auswirkt.
Diese Duftstoffe verleihen den Birken eine Resistenz gegenüber Schädlingen: Blätter von Birken sind besonders bei dem Rüsselkäfer Polydrusus flavipes, dem Nachtfalter Epirrita autumnata und der Birkenlaus (Euceraphis betulae) eine beliebte Speise. Im Gegensatz dazu vermeiden die Insekten die Blätter des Sumpfporstes. Wachsen die Birken in direkter Nachbarschaft zum Sumpfporst, verlieren die Schädlinge den Geschmack an den Birkenblättern. (pf)

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  • Quellen
Himanen, S. et al.: Plants adsorb and re-release volatiles specific to neighbouring plants – a mechanism for associational herbivore resistance? In: New Phytologist, 10.111/j.1469–8137.2010.03220.x, 2010.

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