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News: Durchdringender Blick auf einen Nebel

Ein hell leuchtender Nebel in unserer Galaxie wirkt größer, als er wirklich ist. Denn offensichtlich wird ein Teil des ausgesandten Lichts an der Staubscheibe um die Gaswolke gestreut. Wissenschaftler sind diesem Phänomen auf die Spur gekommen, als sie in den Randbereichen des Nebels polarisiertes Licht entdeckten.
Der Rosettennebel im Sternbild Monoceros ist etwa 5000 Lichtjahre von der Erde entfernt. Ihren Namen bekam die hell leuchtende Gaswolke, weil sie an eine Rose erinnert. Eine Ansammlung von Sternen im Kern des Nebels heizt das Gas auf nahezu 10 000 Grad Celsius auf, das bei diesen Temperaturen ähnlich wie eine Leuchtstoffröhre Licht emittiert. Ein großer Anteil davon gehört zur sogenannten H-alpha-Linie des Wasserstoffs.

Mit einer speziellen Kamera waren Greg Topasna, Brian Dennison und John Simonetti von der Virginia Tech genau dieser Wellenlänge auf der Spur. Topasna hatte die Kamera so verändert, daß er damit polarisiertes Licht sah. Polarisation tritt zum Beispiel dann auf, wenn Licht gestreut wird. Streuung sorgt auch dafür, daß unser Himmel tagsüber hell ist, denn das Sonnenlicht wird von den Teilchen und Molekülen in der Atmosphäre in alle Richtungen abgelenkt.

Als die Wissenschaftler die Kamera auf die Randbereiche des Rosettennebels richteten, fiel ihnen die starke Polarisation des Lichts der H-alpha-Linie auf. Offensichtlich wird das Licht also auch hier gestreut, und zwar nach Ansicht der Wissenschaftler an der Staubscheibe, die den Nebel umhüllt. Topasna hat inzwischen auch Hinweise, daß dieser Streueffekt bei anderen hellen Gasnebeln ebenfalls auftritt, wie zum Beispiel dem Nord-Amerika-Nebel im Sternbild Schwan.

Die Lichtstreuung hat Astronomen bislang in die Irre geführt, was die Größe des Rosettennebels betrifft – denn er erscheint dadurch größer, als er wirklich ist. Auch bei anderen Nebeln, die Licht der H-alpha-Linie aussenden, muß dieser Effekt in Zukunft berücksichtigt werden, meint Topasna.

Zur Zeit erstellen die drei Wissenschaftler einen hochaufgelösten Überblick über das Wasserstoffgas im interstellaren Raum. Einige Ergebnisse stellte Topasna am 13. Januar 2000 auf einer Tagung der American Astronomical Society in Atlanta vor (Abstract).

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