Mobilität in der Stadt: E-Scooter-Unfälle gefährden besonders Gehirn und Organe

Im Jahr 2019 wurden E-Scooter für den deutschen Straßenverkehr zugelassen. Seither schlängeln sich immer mehr Menschen mit den motorisierten Rollern zwischen Fußgängern, Fahrrädern und Autos durch den Stadtverkehr. Und immer mehr von ihnen finden sich anschließend in der Notaufnahme wieder. Laut dem Statistischen Bundesamt haben sich im Jahr 2025 rund ein Drittel mehr Menschen während einer E-Scooter-Fahrt verletzt als noch im Jahr zuvor. Besonders Menschen unter 25 Jahren sind in solche Unfälle verwickelt.
Unter allen Verkehrsunfällen nehmen Kollisionen mit Elektrorollern zwar nur einen kleinen Teil ein, allerdings sind E-Scooter-Fahrende dabei einem besonders hohen Risiko ausgesetzt. Das weisen britische Forschende nun anhand von Zahlen im Journal Scientific Reports nach. Demnach haben E-Scooter-Fahrende ein 3,5-fach höheres Risiko für Schädel-Hirn-Traumata als Motorradfahrer. Das Risiko für innere Organverletzungen ist 1,5-fach und für Verletzungen an Arterien und Venen um das 3,2-fache erhöht. Die gleichen Verletzungen kommen bei E-Scooter-Fahrenden auch 1,4- bis 1,7-mal häufiger vor als bei Radfahrern. Immerhin, die Gefahr von Knochenbrüchen ist 20 beziehungsweise 10 Prozent geringer als bei Motorrad- und Fahrradfahrern. Grundlage für die Studie sind Daten aus England und Wales von mehr als 15 000 Menschen, die sich in den Jahren 2020 bis 2022 im Straßenverkehr mittelschwer und schwer verletzten. Nur knapp sechs Prozent der verunglückten E-Scooter-Fahrer trugen dabei einen Helm.
In einer weiteren Studie fanden die Forschenden zudem heraus, dass Männer seltener kollidieren als Frauen. Gleichzeitig trugen Frauen mehr als doppelt so häufig schwere Verletzungen davon als Männer. Die Forschenden führen dies darauf zurück, dass die meisten E-Scooter auf männliche Körpermaße ausgelegt sind und Frauen häufiger auf Gehwegen und unbefestigten Flächen fahren. Für diese Studie werteten die Forschenden mehr als 23 000 Unfälle aus, die von E-Scooter-Verleihunternehmen selbst gemeldet wurden.
Um das Verletzungsrisiko zu senken, empfehlen die Forschenden eine Helmpflicht, strengere Geschwindigkeitsbegrenzungen und gezielte Anpassungen des E-Scooter-Designs wie verformbare Lenkergriffe und verbesserte Bremsen.
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