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Virologie: Ebola-Ausbrüche eng mit Tierkadavern verknüpft

Alle Ausbrüche von Ebola-Epidemien zwischen Gabun und der Demokratischen Republik Kongo in der jüngeren Vergangenheit waren das Ergebnis unsachgemäßen Umgangs mit infizierten toten Tieren durch Jäger oder Sammler.

Zu diesem Schluss kommt eine Studie von Wissenschaftlern um William Karesh im Auftrag der New Yorker Wildlife Conservation Society (WCS), nachdem sie zwischen 2001 und 2003 fünf letale Ebola-Ausbrüche in der Bevölkerung untersucht hatten. Vorausgegangen waren diesen stets Seuchenzüge in der Tierwelt der betroffenen Regionen, die viele tote Gorillas, Schimpansen und Ducker-Antilopen forderten.

In zahlreichen dieser Kadaver konnten die Forscher das Ebola-Virus nachweisen und in elf Fällen dabei auch eine direkte Verbindung zu Infektionen bei bestimmten Menschen erstellen, die Kadaver im Wald gefunden hatten oder infizierte Tiere zu Nahrungszwecken töteten. Ausgehend von diesen Ersterkrankten griff die hochinfektiöse Krankheit dann meist auf die ganze Dorfgemeinschaften über.

Das Problem wird dabei noch verschärft durch die leichte Jagdbarkeit erkrankter Tiere, deren Fluchttrieb durch die Erkrankung oft gemindert wird. In vielen Staaten West- und Zentralafrikas liefert das so genannte Buschfleisch der armen Landbevölkerung einen großen Teil der benötigten Proteine. Das führt aber nicht nur zu einer wachsenden Gefährdung für Menschenaffen, Waldelefanten oder anderer Tierarten, sondern erhöht ebenso das Risiko für die Übertragung letaler Krankheiten.

Um zukünftige Gesundheitskrisen zu vermeiden, richteten die Regierungen von Gabun und Kongo in Zusammenarbeit mit dem Animal Mortality Monitoring Network ein Beobachtungssystem ein, dass die Fauna der regionalen Regenwälder auf Zeichen von Ebola überwacht. Auf diese Weise konnten bereits zweimal bevorstehende Epidemien unter der Bevölkerung vorausgesagt werden.

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