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Medizin: Ebolainfektion kann auch symptomfrei verlaufen

Die Ebolaepidemie in Afrika hatte möglicherweise weitaus größere Ausmaße als lange angenommen: Die Hinweise darauf, dass Ebola auch ohne Krankheitsanzeichen verlaufen kann, mehren sich.
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In einem 900-Einwohner-Dorf in Sierra Leone sind Wissenschaftler auf Menschen gestoßen, die sich während der Ebolaepidemie 2014/2015 offenbar mit dem Virus infiziert, jedoch keinerlei ernsthafte Krankheitssymptome verspürt hatten. Die Studie stützt damit die Vermutung, dass Ebola, wie viele andere Infektionskrankheiten auch, in manchen Fällen nahezu symptomfrei verlaufen kann.

Das Team um Gene Richardson von der Stanford University testete 187 Männer, Frauen und Kinder aus Sukudu. Zwischen November 2014 und Februar 2015 waren hier 34 Ebolafälle gemeldet worden – 28 Patienten erlagen dem Virus. Richardson und seine Kollegen vermuteten auf Grund der Familiengeschichte der Probanden, dass diese genauso mit dem Erreger in Berührung gekommen sein könnten. Dabei entdeckten sie, dass 14 Teilnehmer tatsächlich Ebolaantikörper im Blut hatten, die darauf hindeuteten, dass sie sich damals ebenfalls mit dem Virus infiziert hatten. 12 Probanden konnten sich nach eigenen Angaben nicht daran erinnern, an klassischen Ebolasymptomen wie Fieber, Schüttelfrost, Kopf- und Muskelschmerzen, Übelkeit, Erbrechen oder Durchfall gelitten zu haben. Zwei Teilnehmer erinnerten sich, dass sie zwischendurch Fieber gehabt hatten.

In den Augen der Forscher deutet das darauf hin, dass die Ebolaepidemie in Afrika weitaus größere Ausmaße angenommen haben könnte, als Forscher bislang vermuteten. Mehr als 28 000 Ebolafälle waren dort während des letzten großen Ausbruchs gemeldet worden, mehr als 11 000 Menschen starben an dem Virus. Anhand ihrer Daten schätzen die Wissenschaftler die Prävalenz von symptomarmen Ebolaverläufen auf rund 25 Prozent. Ob diese Menschen das Virus auch übertragen können – etwa durch Geschlechtsverkehr – ist unklar.

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