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Reptilien: Echse schlängelt sich durch Wüstensand

© Ryan Maladen / Lionel LondonLaden...
Nachdem sich der Apothekerskink (Scincus scincus) in den Boden gegraben hat, zieht er seine Gliedmaßen an den Körper heran und schwimmt mit einer wellenförmigen Bewegung durch den Sand – ähnlich einer Schlange. Dies entdeckten Wissenschaftler um Daniel Goldman vom Georgia Institute of Technology in Atlanta, als sie die Tiere mit Hilfe von Röntgenaufnahmen auf ihrem Weg ins Erdreich verfolgten.

ApothekerskinkLaden...
Apothekerskink | Die Echse, auch Sandfisch genannt, taucht schnell in den Wüstensand ab und schlängelt sich ohne Einsatz der Gliedmaßen durch den körnigen Untergrund. Sie kann dabei eine Geschwindigkeit von bis zu 15 Zentimetern pro Sekunde erreichen.
Mit einem Container, der mit Glasperlen gefüllt war, imitierten die Forscher die Eigenschaften des Wüstensands, der sich wegen der festen Partikel wie eine Flüssigkeit mit hoher Reibung verhält. Dabei variierten sie die Kugelgröße und die Dichte des körnigen Materials. Unabhängig von der Beschaffenheit des Mediums bewegte sich das Tier jedoch auf die gleiche Art und Weise: Es schlängelte sich ohne Einsatz der Gliedmaßen durch den künstlichen Sand. Die Bewegung gleiche einer Wanderwelle, die sich vom Kopf bis zur Schwanzspitze der Skinke ausbreitet, erklären die Wissenschaftler.

Um die Geschwindigkeit der Reptilien voraussagen zu können, entwickelten Goldman und seine Kollegen ein physikalisches Bewegungsmodell. Je schneller sich die Wanderwelle über den Körper der Echsen ausbreitet, desto schneller schwimmen sie demnach. Die Tiere erreichten Geschwindigkeiten von etwa 15 Zentimetern pro Sekunde.

RöntgenaufnahmeLaden...
Röntgenaufnahme der Echse | Sobald sich der Apothekerskink im Boden eingegraben hat, zieht er seine Gliedmaßen an den Körper heran und schwimmt mit einer wellenförmigen Bewegung des Körpers durch den Sand – ähnlich der Bewegung einer Schlange.
Der Apothekerskink ist rund zehn Zentimeter groß und unter anderem in der Sahara heimisch. Er nutzt seine lange, keilförmige Schnauze und seinen abgesenkten Unterkiefer, um innerhalb einer halben Sekunde in den Sand abzutauchen und sich unterirdisch fortzubewegen. Dadurch können die Tiere schnell vor Fressfeinden fliehen, der Hitze in der Wüste entkommen und Beute auf der Oberfläche aus dem Hinterhalt angreifen, die sie anhand ihrer Vibrationen aufgespürt haben. (lw)

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  • Quellen
Maladen, R. et al.: Undulatory Swimming in Sand: Subsurface Locomotion of the Sandfish Lizard. In: Science 325, S. 314–318, 2009.

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