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Stressforschung: Ehekonflikte schwächen das Immunsystem

Ein halbstündiger Streit unter Ehepartnern reicht aus, um die Wundheilung zu verlangsamen: Der konfliktbedingt entstandene Stress führt zu Störungen im Gleichgewicht der Botenstoffe des Immunsystems, stellten US-amerikanische Forscher fest.

Janice Kiecolt-Glaser und Ronald Glaser von der Ohio-State-Universität hatten 42 Ehepaare untersucht. Beim ersten Termin sollten sich die Partner in einem halbstündigen Gespräch gegenseitig aufmuntern. Während der dreißig Minuten der zwei Monate später stattfindenden zweiten Sitzung hingegen sollte es zu einem Konflikt kommen. Die Beteiligten waren zwischen 22 und 77 Jahre alt.

Die Wissenschaftler fanden heraus, dass kleine Hautwunden, die den Teilnehmern zu Beginn der Termine beigebracht wurden, nach dem konfliktreichen Gespräch einen Tag langsamer heilten als nach den stressfreien Sitzungen. Bei jenen Ehepartnern, die sich besonders feindlich gesonnen waren, verlängerte sich die Heilung sogar um ganze zwei Tage.

Des Weiteren nahmen die Wissenschaftler in den 24 Stunden nach den Gesprächen Proben der Wundflüssigkeit und vom Blut. Sie stellten fest, dass in Ehen feindseliger Partner deutlich erhöhte Werte des an der Immunantwort beteiligten Botenstoffes Interleukin-6 (IL-6) auftraten. Große Mengen des Zytokins IL-6 im Wundwasser sind normal, aber im Blut stehen sie in Verbindung mit langandauernden Entzündungen, die zu Alterserkrankungen wie Osteoporose, Arthritis, Diabetes und degenerativen Erkrankungen führen können.
07.12.2005

Dieser Artikel ist enthalten in Spektrum - Die Woche, 07.12.2005

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