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Paläografie: Eigene Schrift der Philister entdeckt?

Tonscherbe mit Schriftzeichen
Bei Schriftzeichen auf Tonscherben aus der Stadt Askalon könnte es sich möglicherweise um eine bislang unbekannte Schrift der Philister handeln. Sie ähnele eher der aus Zypern stammenden kypro-minoischen denn einer semitischen Schrift, so die Entdecker Lawrence Stager und Frank Moore Cross von der Harvard-Universität. Zuvor kannte man von den Philistern nur das ans Alt-Hebräische angelehnte Alphabet, das sie ab dem 10. Jahrhundert v. Chr. von ihren Nachbarn übernahmen.
Inschrift in alt-philistischer Schrift | Möglicherweise benutzten die Philister ein eigenes Alphabet für ihre indo-europäische Sprache. In semitischen Lettern schrieben sie jedenfalls erst rund 200 Jahre später.


Das seefahrende Volk stammt wahrscheinlich aus der Ägäis und ließ sich um etwa 1200 v. Chr. in dem nach ihnen benannten Gebiet des heutigen Palästina nieder. Gut möglich sei es da, meint Stager, dass die Philister bei ihrer Ankunft bereits ein eigenes Schriftsystem besaßen, das sich aus der in ihrer Heimat verbreiteten Schrift Linear A ableitete.

Dafür spreche auch, dass einige der 19 Tonkrüge offenbar noch in Kreta und Zypern entstanden, während einer der Funde erst nach der Ankunft gefertigt wurde. Philistische Schreiber mussten also auch in Palästina tätig gewesen sein.

Auf die Scherben stießen die Archäologen bereits vor einigen Jahren bei ihren Ausgrabungen im heutigen Aschkelon, stellten sie aber erst jetzt der Öffentlichkeit vor. (jd)

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