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News: Eigener Name für Landegerät der Kometensonde Rosetta

Knapp drei Wochen vor dem Start der ESA-Kometensonde Rosetta – sie wird am 26. Februar von Kourou in Französisch-Guayana aus auf ihre zehnjährige Reise zum Kometen 67P/Tschurjumow-Gerasimenko geschickt – hat das Landegerät der Sonde einen eigenen Namen bekommen: Philae.

Philae ist eine Insel im Nil, auf der ein Obelisk mit einer zweisprachigen Inschriften gefunden wurde, darunter die Namen von Kleopatra und Ptolemäus in Hieroglyphenschrift. Diese Entdeckung gab dem französischen Historiker Jean-François Champollion die letzten Hinweise, die er zur Entschlüsselung der Hieroglyphen auf dem Stein von Rosette und damit zur Lüftung der Geheimnisse des antiken Ägyptens benötigte.

So wie der Obelisk auf Philae und der Stein von Rosette tiefgehende Einblicke in eine vergangene Zivilisation ermöglicht haben, sollen das Landegerät Philae und der Rosetta-Orbiter nun dazu beitragen, die Rätsel um die ältesten Bausteine unseres Sonnensystems, die Kometen, zu lösen.

Die Hauptbeteiligten am Landegerät sind Deutschland, Frankreich, Italien und Ungarn; weitere Beiträge kamen von Österreich, Finnland, Irland und dem Vereinigten Königreich. Die vier Hauptpartner haben in ihren Ländern Wettbewerbe veranstaltet, um den passendsten Namen zu finden. Philae wurde von der 15-jährigen Serena Olga Vismara aus Arluno bei Mailand vorgeschlagen. Ihre Hobbies seien Lesen und das Surfen im Internet, wobei ihr auch die Idee zu ihrem Vorschlag gekommen sei. Serena darf sich nun auf einen Flug nach Kourou freuen, wo sie den Start von Rosetta live miterleben wird.

Die Erkundung des Kometen Tschurjumow-Gerasimenko wird den Wissenschaftlern die Möglichkeit geben, 4,6 Milliarden Jahre zurückzublicken in eine Zeit, als es noch keine Planeten gab und nur ein Schwarm von Asteroiden und Kometen die Sonne umkreiste. Bei der Ankunft der Sonde an ihrem Ziel im Jahr 2014 soll sich Philae vom Orbiter trennen, seine drei Beine entfalten und sanft auf der Oberfläche des Kometen landen. Unmittelbar nach dem Aufsetzen wird das Landegerät eine Harpune in den Boden schießen, da der Komet eine sehr geringe Schwerkraft hat, die nicht ausreichen würde, um es festzuhalten. Die Beine des Landers können rotieren, sich heben und sich neigen, um Philae im Bedarfsfall wieder in die aufrechte Lage zu bringen.

Philae wird die physikalischen Eigenschaften und die chemische, mineralische und isotopische Zusammensetzung der Kometenoberfläche und der darunter liegenden Schichten bestimmen und damit die Untersuchungen des Orbiters ergänzen, der die Dynamik des Kometen und seine Oberflächenmorphologie unter die Lupe nehmen soll. Das Landegerät könnte so die letzten Teile des Puzzles liefern und der Mission zum erhofften Erfolg verhelfen – der Lösung des Rätsels, wie das Leben auf der Erde begann.

Ursprünglich sollte Rosetta zum Kometen Wirtanen fliegen. Aufgrund von Problemen mit den Ariane-5-Trägerraketen konnte der Start jedoch nicht innerhalb des Startfensters bis zum 31. Januar 2003 erfolgen.

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