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News: Ein Dopingmittel disqualifiziert sich selbst

Wenn Sportler heute eine Medaille nach der nächsten gewinnen, wird so mancher misstrauisch und fragt mehr oder weniger laut, ob da nicht Dopingmittel als kleine Helfer mit im Spiel waren. Der Cocktail an leistungsfördernden Substanzen wird immer bunter, und für viele gibt es noch gar keine Nachweismethoden. Auch das menschliche Wachstumshormon gehört zu den Lieblingen der schwarzen Schafe. Doch vielleicht werden Sportler in Zukunft freiwillig darauf verzichten: Offenbar scheint es die Leistungsfähigkeit überhaupt nicht zu verbessern.
Das menschliche Wachstumshormon hGH ist in die Schlagzeilen geraten – nicht, weil es Kindern hilft, deren Wachstum gestört ist, sondern weil findige Sportmediziner darauf gekommen sind, es als leistungsfördernde Substanz einzusetzen. Das allerdings ist unzulässig, und darum wurden vor den Olympischen Spielen in Sydney Rufe laut, auch Dopingtests für hGH einzuführen. Solche Nachweismethoden existieren bereits, aber ihre Entwickler konnten sie bisher nicht in großem Maßstab prüfen, weil die finanziellen Mittel nicht ausreichen.

Doch vielleicht ist das auch gar nicht mehr nötig. Denn wie Kenneth Caidahl vom Department of Clinical Physiology am Sahlgrenska University Hospital in Göteborg berichtete, verbessert das Hormon die sportliche Leistungsfähigkeit überhaupt nicht – zumindest nicht innerhalb von vier Wochen. Der Forscher stellte die Ergebnisse einer Studie auf einer Tagung der American Physiological Society vor, die vom 20. bis 23. September in Portland stattfand.

Caidahl und seine Mitarbeiter testeten die Auswirkungen des menschlichen Wachstumshormon in einer Doppelblindstudie an je 15 gesunden Frauen und Männern im Alter zwischen 19 und 35 Jahren. Sie überprüften den Effekt mit Hilfe der Echokardiographie und maßen die Sauerstoffaufnahme der Freiwilligen vor und nach 28 Behandlungstagen. Die Ergebnisse zeigen, dass weder niedrige noch hohe Mengen des Hormons die sportliche Leistungsfähigkeit steigerten. So unterschieden sich weder die maximale Arbeitsbelastung noch die maximale Sauerstoffaufnahme von denen der Kontrollgruppe, und auch nach 28 Tagen konnten die Forscher keine Veränderung im Vergleich zu den Ausgangswerten feststellen.

Die Wissenschaftler schließen daraus, dass hGH keinen kurzfristigen positiven Effekt auf junge, gesunde Sportler hat. Vielleicht disqualifiziert es sich damit als Dopingmittel selbst.

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