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News: Ein Flussdelta auf Mars

Die europäische Raumsonde Mars Express fotografierte in der Region Nepenthes Mensae eine Struktur, die einem Flussdelta ähnelt. Sie befindet sich am Ende eines rund 30 Kilometer langen Tales und dürfte in der Frühzeit des Roten Planeten vor mehr als drei Milliarden Jahren entstanden sein.
Flussdelta in Nepenthes Mensae
Seit der amerikanischen Raumsonde Mariner 9, die Anfang der 1970er Jahren unseren äußeren Nachbarplaneten kartierte, kennen die Wissenschaftler zahlreiche in das Marshochland eingeschnittene Täler. Viele von ihnen befinden sich im Grenzgebiet zwischen dem südlichen Hochland und der nördlichen Tiefebene. Durch diese Täler floss in der Vergangenheit vermutlich einmal Wasser.

Flussdelta auf dem Mars


Die High Resolution Stereo Camera an Bord von Mars Express nahm im Januar 2008 die nahe des Äquators gelegene Region Nepenthes Mensae ins Visier. In der oben abgebildeten Aufnahme ist auf der linken Seite ein rund 30 Kilometer langes und etwa Tausend Meter tiefes Tal zu erkennen. An der Mündung des Tales stieß die hochauflösende Kamera auf eine rund 300 Meter hohe, fächerförmige Ablagerung (Ausschnitt 1). Die Forscher vermuten, dass einst Wasser Material entlang der Talrinne (Ausschnitt 2) abtrug und in der Mündung als Sedimente wieder ablagerte. Dies geschah wahrscheinlich, weil sich der Flusslauf verbreiterte und die Fließgeschwindigkeit nicht mehr ausreichte, um das mitgeführte Material weiter zu tragen.

Die Aufnahme lässt darauf schließen, dass die Region in der Vergangenheit zweimal überflutet wurde. Während einer Flutungsperiode entstand die fächerförmige Ablagerung, bei der anderen die angrenzende, kegelförmige Struktur, die sich bis weit in das tiefer liegende Gebiet erstreckt. In Abschnitt 3 sind zahlreiche Hügel und tafelbergartige Erhebungen sichtbar. Hier handelt es sich um Reste des angrenzenden Hochlands, die noch nicht vollständig von der Erosion abgetragen wurden.

Die High Resolution Stereo Camera steht unter der Leitung von Gerhard Neukum von der Freien Universität Berlin und wurde am Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt entwickelt. Am Bau waren unter anderem EADS Astrium am Bodensee und die Jena-Optronik GmbH beteiligt.

MS

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