Direkt zum Inhalt

Exoplaneten: Ein "heißer Mars" um GJ 436

Exoplanet UCF-1.01

Im Sternbild Löwe, beim 33 Lichtjahre von uns entfernten Stern GJ 436, stießen Astronomen um Kevin Stevenson von der University of Central Florida (UCF) mit dem Weltraumteleskop Spitzer auf einen Exoplaneten, der kleiner als die Erde ist. Er trägt die Bezeichnung UCF-1.01 und ist der erste Exoplanet, der mit Spitzer entdeckt wurde. Sein Durchmesser dürfte etwa 8400 Kilometer betragen, etwa zwei Drittel des Erddurchmessers oder das 1,2-fache des Marsdurchmessers. Damit ist er einer der kleinsten bislang bekannten Exoplaneten. UCF-1.01 wurde zufällig mit der Transitmethode entdeckt, als die Forscher den seit dem Jahr 2004 bekannten Exoplaneten GJ 436b untersuchen wollten, der etwa die Größe Neptuns hat. Er umkreist sein Zentralgestirn in 0,03 Astronomischen Einheiten (4,3 Millionen Kilometer) Abstand in 2,6 Tagen.

Bei ihren Beobachtungen fiel den Astronomen auf, dass es zu weiteren geringfügigen Abschwächungen der Sternhelligkeit kommt, die nicht mit GJ 436b zusammenhängen. Bei der Suche in Archivdaten ließ sich eine Periode dieser Abschwächungen belegen, die 1,4 Tage beträgt. Daraus schließen die Forscher, dass ein weiterer Exoplanet innerhalb der Bahn von GJ 436b seine Bahn in einem mittleren Abstand von nur 0,019 Astronomischen Einheiten (2,77 Millionen Kilometer) zum Stern zieht. Durch die große Nähe zu seinem Zentralgestirn heizt sich seine Oberfläche auf bis zu 600 Grad Celsius auf. Dieser Planet wird mit hoher Wahrscheinlichkeit keine Atmosphäre besitzen und seine Oberfläche dürfte eine dunkelrot glühende Steinwüste sein. Unter der Annahme einer mittleren Dichte von 5,5 Gramm pro Kubikzentimeter (entsprechend der mittleren Dichte der Erde) geben die Astronomen die Masse des Exoplaneten UCF-1.01 zu 0,28 Erdmassen an. Sollten weitere Untersuchungen diesen Himmelskörper bestätigen, so wird er die Bezeichnung GJ 436c erhalten.

Die Forscher um Stevenson fanden sogar Hinweise auf einen dritten Begleiter von GJ 436, den sie mit UCF-1.02 bezeichnen. Er soll praktisch die gleiche Größe und Masse wie UCF-1.01 aufweisen, bei ihm konnte aber noch keine exakte Umlaufperiode ermittelt werden. Hier kommt erschwerend hinzu, dass der Stern GJ 436, der zur Spektralklasse M gehört, Ausbrüche zeigt, welche die Transitmessungen stören und auch Planeten vortäuschen können. Hier müssen weitere Beobachtungen nun zeigen, ob UCF-1.01 und UCF-1.02 wirklich existieren.

Lesermeinung

Beitrag schreiben

Wir freuen uns über Ihre Beiträge zu unseren Artikeln und wünschen Ihnen viel Spaß beim Gedankenaustausch auf unseren Seiten! Bitte beachten Sie dabei unsere Kommentarrichtlinien.

Tragen Sie bitte nur Relevantes zum Thema des jeweiligen Artikels vor, und wahren Sie einen respektvollen Umgangston. Die Redaktion behält sich vor, Leserzuschriften nicht zu veröffentlichen und Ihre Kommentare redaktionell zu bearbeiten. Die Leserzuschriften können daher leider nicht immer sofort veröffentlicht werden. Bitte geben Sie einen Namen an und Ihren Zuschriften stets eine aussagekräftige Überschrift, damit bei Onlinediskussionen andere Teilnehmer sich leichter auf Ihre Beiträge beziehen können. Ausgewählte Lesermeinungen können ohne separate Rücksprache auch in unseren gedruckten und digitalen Magazinen veröffentlicht werden. Vielen Dank!

  • Quellen
Stevenson, K.B. et al.: Two nearby sub-Earth-sized exoplanet candidates in the GJ 436 system. In: arXiv:1207.4245

Partnervideos