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News: Ein heißer Tip gegen Arthritis

Immer wieder werden neue positive Eigenschaften von grünem Tee beschrieben. Er hilft gegen Krebs, gegen Herzinfarkt - und anscheinend auch gegen rheumatische Arthritis. Mäuse, die statt Wasser zum Trinken Extrakt aus grünen Tee bekamen, entwickelten seltener und leichtere arthritische Beschwerden. Ein Mensch müßte am Tag vier Tassen Tee trinken, um sich gegen den Ausbruch der Krankheit zu schützen.
Rheumatische Arthritis verursacht starke Schmerzen und anschwellende Fingergelenke bis hin zu völlig steifen Fingern. Diese entzündliche Krankheit kann bisher nicht geheilt werden, die Ärzte lindern nur die Symptome mit Schmerzmitteln und Entzündungshemmern.

Von grünem Tee sind bereits einige antioxidative Substanzen bekannt. In der neuen Studie wurde die Wirkung von Polyphenolen aus den Blättern untersucht. Antioxidantien, zu denen auch die Vitamine C und E gehören, schützen den Körper vor schädlichen oxidativen Prozessen. "Ausgedehnte Laboruntersuchungen und die epidemiologischen Befunde der letzten 15 Jahre haben gezeigt, daß Polyphenol-Verbindungen in grünem Tee den Ausbruch und das Fortschreiten von einer ganzen Reihe von Krankheiten verhindern können", sagt der Autor Tariq M. Haqqi. "Vielleicht kann auch Arthritis in die Liste aufgenommen werden." Zu dieser Krankheit gibt es zwar keine epidemiologischen Daten, aber es gibt Hinweise, daß die Menschen in Ländern, in denen viel grüner Tee getrunken wird, seltener an arthritischer Rheumatitis erkranken.

Die Wissenschaftler von der School of Medicine der Case Western Reserve University führten drei Experimente durch. Jeweils sechs Mäuse erhielten zum Trinken Wasser mit Polyphenolen aus grünem Tee, während die jeweils sechs Kontrolltiere nur reines Wasser bekamen. Die Forscher spritzten allen Mäusen Kollagen, um Arthritis auszulösen, und beobachteten sie vierzig Tage lang. Eine Gruppe wurde sogar 85 Tage lang kontrolliert, um zu sehen, ob die Substanzen den Ausbruch der Krankheit womöglich nur hinauszögern.

Von den 18 Mäusen, die Extrakt aus grünem Tee zu trinken hatten, bekamen acht Tiere – das sind 44 Prozent – Arthritis. Bei den Kontrolltieren blieb hingegen nur ein einziges Tier gesund. Die Mäuse, die trotz Polyphenolen erkrankten, hatten zudem leichtere Beschwerden als ihre Artgenossen in der Kontrollgruppe.

Die Ergebnisse zeigen, daß diese Substanzen vielleicht den Ausbruch von rheumatischer Arthritis verhindern können (Proceedings of the National Academy of Sciences vom 13. April 1999). "Eine geringfügige Veränderungen der Lebensgewohnheiten – die Ernährung durch grünen Tee zu ergänzen – kann das Risiko einer Erkrankung senken", sagt Hasan Mukhtar, der Leiter der Arbeitsgruppe. "Die Menge des Extrakts, das die Mäuse erhalten haben, entspricht bei einem Menschen ungefähr vier Tassen Grünem Tee am Tag."

Tee ist nach Wasser das häufigste Getränk auf der Welt. Davon sind jedoch nur zwanzig Prozent grüner Tee. In Ländern wie Indien, China und Japan, in denen sehr viel Tee getrunken wird, werden dem grünen Tee schon seit langem heilende Wirkungen zugeschrieben.

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