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News: Ein Impfstoff gegen Malaria?

Schätzungsweise 300 bis 500 Millionen Menschen auf der Erde leiden an Malaria, und jedes Jahr erliegen drei Millionen Menschen der Seuche. Auf der Suche nach einem wirksamen Inpfstoff haben Wissenschaftler jetzt eine Kombination aus vielen verschiedenen Proteinen, die sie zu einem einzigen Molekül kombiniert haben, getestet. Im Tierversuch konnten sie damit erfolgreich Antikörper gegen verschiedene Entwicklungsstadien des Erregers bilden.
Die schlimmste Form der Malaria wird von dem mikroskopischen Parasiten Plasmodium falciparum ausgelöst, der durch Mückenstiche von Mensch zu Mensch übertragen wird. Der Parasit hat einen komplizierten Lebenszyklus: Nach der Injektion in den Blutkreislauf wandert er schnell in die Leber, wo er sich stark vermehrt. Dann werden neue Formen des Erregers in das Blut abgegeben, die dann rote Blutkörperchen befallen, die sie schließlich zerstören.

Altaf A. Lal von den U.S. Centers for Disease Control and Prevention beschrieben in den Proceedings of the National Academy of Sciences vom 16. Februar 1999 (Abstract) einen neuen möglichen Impfstoff, der den Parasiten in mehreren Stadien seines Lebenszyklus als Ziel hat. Die Wissenschaftler kombinierten Abschnitte aus 21 verschiedenen Proteinen von P. falciparum zu einem einzelnen rekombinanten Protein. Jedes der 21 Stückchen war gezielt danach ausgesucht, daß es für das Immunsystem von Malariapatienten erkennbar war. Damit immunisierten die Forscher Kaninchen.

In deren Körper aktivierte das Protein mit seinen unterschiedlichen Domänen verschiedene Zellen des Immunsystems: B-Zellen, T-Helferzellen oder cytotoxische T-Lymphocyten. Die Kaninchen bildeten eine große Menge Antikörper gegen verschiedene Entwicklungsstadien des Parasiten. Außerdem wurde P. falciparum daran gehindert, in die Leberzellen einzudringen, und die Antikörper unterdrückten das Wachstum des Mikroorganismus im Blut.

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